Die Starts sind Ralf Schumacher auch nach einer halben DTM-Saison noch nicht in Fleich und Blut übergegangen. Ist P7 in Gefahr?

Den Zandvoorter Qualifying-Ausreißer nach unten wusste Ralf Schumacher gestern gekonnt auszugleichen, wenn auch begünstigt durch die regenbedingt chaotischen Zustände. Von Startposition sieben aus liegen die lang ersehnten ersten Punkte endlich in greifbarer Nähe - wäre denn nicht der Start. Immer wieder hatte Schumacher in der Vergangenheit auf den ersten Metern entscheidende Positionen verloren. Und auch selbst betrachtet Schumacher die Starts nicht als sein "Steckenpferd."

"Meine Starts werden erst allmählich immer besser und besser. Die Trainingsmöglichkeiten, die am Wochenende zur Übung von Starts vorhanden sind, nutzen wir natürlich aus", berichtet Schumacher, der gewissermaßen Formel-1-Geschädigter ist. "Im Formel-1-Wagen startet man auf Knopfdruck - das vermisse ich hier", sagt der sechsfache Grand-Prix-Sieger mit einem Augenzwinkern, um dann die besondere Herausforderung des DTM-Starts näherzubringen: "Problem ist die Koordination aus Kupplungshebel loslassen, Bremse lösen und Gas geben. Temperaturbedingt ändert sich der Druckpunkt der Kupplung häufig."

Das Startprozedere sei ihm auch nach seinem sechsten DTM-Wochenende noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen - anders als das Getümmel der ersten Runde. Hatte Schumacher dort während der ersten Saisonhälfte immer wieder Berührungen zu verzeichnen, so weiß er sich nun besser aus dem üblichen Lackaustausch herauszuhalten. "Wenn man dort steht, wo ich in der Regel stehe, sind Berührungen nicht immer vermeidbar. Dort ist das Gewusel einfach extrem; man kann außerdem sein Umfeld nicht steuert. Alle werden über die Saison gesehen ein wenig ruhiger, wenn sich die Fahrer auf die Startsituation wieder eingeschossen haben", weiß Schumacher nach vielen Formel-1-Jahren aus Erfahrung.

Ob er die siebte Position, von der aus der frühere Toyota-Pilot heute ins Rennen geht, auch ins Ziel retten kann, ist auch aus Sicht Schumachers ungewiss. In Zandvoort hatte sich Ralf Schumacher auch dank einer geschickten Strategie zwei besonders früh getimter Stopps nach vorne arbeiten können. Eine Option auch am Nürburgring? "Die ersten drei bis vier Runden sind auf dieser Strecke im Schnitt deutlich schneller als das, was danach kommt. Insofern sind die taktischen Freiräume durch den Abbau der Reifen ein wenig begrenzt."

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