Den DTM-Einstieg im Jahreswagen bedauert Ralf Schumacher auch beim fünften Anlauf nicht - wohl jedoch die Gewichtssituation.

Wie angegossen schien der DTM-Einstieg im Jahreswagen zu Ralf Schumachers lädiertem Image zu passen. Hatten Heinz-Harald Frentzen, Mika Häkkinen und Co in ihrer DTM-Karriere stets nur Neufahrzeuge bewegt, so musste sich der ewige "kleine Bruder" nach einem enttäuschenden letzten Formel-1-Jahr bei Toyota mit einem Mücke-Jahreswagen begnügen. Nun sagt Schumacher: "Die Wahl, ob Jahres- oder Neuwagen, hatte ich - und ich würde die Entscheidung wieder so treffen."

So habe er sich nicht den Illusionen schneller DTM-Erfolge hingegeben. "Ich habe nach dem ersten Test gewusst, dass ich noch viel zu lernen habe und niemandem die Chance wegnehmen will, im Neuwagen um die Meisterschaft zu fahren", führt Schumacher aus, "Häkkinen, Alesi und Frentzen waren nachweislich gute Piloten, die sich im Neuwagen schwer getan haben. Das war ein weiterer Beweggrund." Nach vier Rennen im 2007er-Mercedes hat Schumacher die meisten Beobachter positiv überrascht - und setzte den positiven Trend heute mit einem für die Benz-Jahreswagen ungewohnten Top-Ten-Platz fort.

Zwar ist dem sechsfachen Grand-Prix-Sieger der Nürnberger Kurs nicht ganz unbekannt. Von brauchbaren Vorerfahrungen profitiert er allerdings nicht. "Ich weiß noch, dass ich mein erstes Formel-Junior-Rennen hier gefahren bin. Es war ein aufregendes Rennen - das gleich mit einem Podestplatz endete", erinnert sich Schumacher, "was ich in der Formel 3 hier gemacht habe... - danach fehlen mir alle Erinnerungen an den Norisring." Nicht ganz fremd waren dem Mücke-Piloten trotz allem die Streckenbedingungen.

"Die Strecke ist noch immer sehr uneben. Das Asphaltieren hat nicht wirklich viel geholfen - die Strecke könnte man durchaus noch einmal komplett erneuern", regt Schumacher an, der von größeren Missgeschicken dennoch verschont blieb. "Heute habe ich kein Material auf der Strecke gelassen - hoffen wir, dass das so bleibt. Das erste Training war ganz okay, am Nachmittag hatten wir mit ein paar Problemen zu kämpfen. Es sieht so aus, dass wir hier so stark sein sollten wie noch nie in diesem Jahr." Auch Ralf Schumacher hatte für den fünften Saisonlauf auf ein modifiziertes Gewichtsreglement gehofft - auch seine Hoffnungen zerschlugen sich.

"Auf Mercedes-Seite war uns aufgefallen, dass die aktuelle Situation keinem Beteiligten gut tut. Wir wollten reagieren, aber das ist uns nicht gelungen, weil man über die Regeln nicht alleine entscheiden kann", deutet Ralf Schumacher ein Nein der konkurrierenden Marke an - und findet schließlich klare Worte: "Vielleicht gibt es nach diesem Rennen ein einsehen. Nach den Beweggründen müsste man vielleicht Dr. Ullrich fragen..."

Copyright: adrivo Sportpresse GmbH