Von einem missglückten Start ließ sich Timo Scheider nicht irritieren: Auch heute präsentierte sich die Leistung des Tabellenführers titelreif.

Den Sieg hatte Timo Scheider heute von Startplatz vier aus in Angriff nehmen wollen - und musste seine Agenda für das Rennen bereits auf den ersten Metern ändern. "Ich habe meinen Start ziemlich versaut - ich hatte viel mehr Grip als erwartet", begründet der Meisterschaftsführende seine deutlichen Positionsverluste in Runde 1. "Der Start tut mir leid, denn ich hätte es einfacher haben können, wenn ich auf Platz vier geblieben wäre." So jedoch konnte Scheider aus einer schwierigen Position heraus erneut seine fahrerische Höchstform unter Beweis stellen...

Vom vorderen Mittelfeld aus kämpfte sich Scheider bis auf Rang drei vor - und erklomm damit zum fünften Mal in sechs Rennen das Podest. "Ich hatte sensationelle Boxenstopps und eine gute Strategie - das hat es mir ermöglicht, wieder nach vorne zu kommen. Wir hatten im letzten Renndrittel das schnellere Auto", zeigt sich Scheider selbstbewusst. Wenige Kilometer vor Schluss hatte sich der Abt-Audi-Pilot bereits fast mit Platz vier hinter Mattias Ekström abgefunden - bis die Erleuchtung kam.

"Wer den Champion Mattias Ekström kennt, weiß, wie der fighten kann. Ich hatte in den letzten Runden massive Probleme, immer wieder blieb mir in der Dutzendteich-Kehre ein Rad stehen. "Es hat nie gereicht, mich an ihm vorbeizuquetschen", stellte Scheider fest. "Dann aber habe ich mich an 2002 erinnert, als Laurent Aiello Bernd Schneider in der letzten Runde den Sieg entrissen hat. Ich habe gedacht, irgendwie muss es doch funktionieren." Und tatsächlich blieb Scheider im teaminternen Duell nicht der einzige, dessen Räder ungewollt blockierten...

Mit scheinbarer Leichtigkeit erbte der Sieger von Oschersleben am Ende Platz drei von Mattias Ekström: "Dann ist auch Mattias die Vorderachse stehen geblieben - das gab mir die Chance, innen hereinzuziehen. Danke an Mattias, dass er so fair gefahren ist." Selbst hatte er sich seinen schonenden Umgang mit dem in Nürnberg traditionell angegriffenen Material zu verdanken: "Ich hatte bis zum Ende eine sehr gute Bremse - das war der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe versucht, so langsam und progressiv zu bremsen, dass die Bremsen nicht überstrapaziert werden. Das hat funktioniert."

Seit nunmehr zwei Monaten steht Timo Scheider an der Spitze der Meisterschaftstabelle - eine einst nach der traditionellen Norisring-Niederlage aus Ingolstädter Sicht ungewohnte Situation: "Wir haben Druck auf Mercedes ausüben und die Meisterschaftsführung halten können - damit ist das Minimalziel erreicht."

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