Für Norbert Haug hat das Jubeln am Norisring Tradition. Und auch heute wusste man der Konkurrenz ihre Freude am Heimspiel zu trüben...

Seit mehr als 30 Jahren besucht Norbert Haug laut eigener Zählung den Norisring, seit fünf Jahren ist seine Mannschaft hier ungeschlagen. Der Mercedes-Sportchef hat zum Nürnberger Stadtkurs eine ganz besondere Beziehung entwickelt - ebenso wie aus seiner Sicht Pole-Inhaber Bruno Spengler: "Wenn es so wenige Kurven gibt, darf man sich nicht den geringsten Ausrutscher erlauben, wenn man auf die Pole Position will. Bruno ist nach den Erfolgen der letzten Jahre allmählich Mr. Norisring."

Für Norbert Haug ist die heutige Dreifach-Pole mehr als nur ein gewöhnlicher Etappensieg. "Dieses Rennen ist ein Prestigerennen - hier geht es nicht nur um die bloße Pole, sondern wer am Samstag der Chef im Ring ist", stellt der Mercedes-Sportchef fest. Erneut zeigte er sich angetan von den eigenen fahrerischen Formel-3-Gewächsen: "Bruno fährt auf dem Norisring wie Lewis Hamilton in Monaco - die beiden können sich auf Stadtkursen immer noch ein kleines Stück mehr überwinden."

Während man bei den Ingolstädtern mit den wechselnden Streckenverhältnissen haderte, schlug man aus ihnen bei Mercedes Kapital: "Der Grip ist mit steigender Rundenzahl während der Session besser geworden. Es ist entscheidend, wie man mit dem Setup darauf reagieren kann. Vielen Dank an HWA, [Technikchef] Gerhard Ungar hat hier sehr gute Arbeit geleistet." Einen Wermutstropfen bildeten trotz der deutlichen Steigerungen aus Haugs Sicht die Ergebnisse der Mücke- und Persson-Piloten.

So bringt Haug ein weiteres Mal sein Bedauern um die gescheiterten Verhandlungen um eine reglementarische Erleichterung für die Jahreswagen zum Ausdruck: "Ich hätte mir gewünscht, dass man allen die 10 Kilogramm Marscherleichterung gibt. Vielleicht hätte es für Gary ansonsten in die letzte Session gereicht. Auch Ralfs Leistung war erfreulich - der Abstand zur Spitze ist absolut erträglich."

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