Nach dem gestrigen Pech vor allem bei Mücke hatte niemand einen Paukenschlag erwartet. Dennoch überraschte die Niederlage der 2007er-Benz in ihrer Deutlichkeit.

Noch mehr als die Dominanz der aktuellen Audi-Boliden gegenüber ihren Mercedes-Pendants überraschte im Qualifying die deutliche Niederlage der Mercedes-Jahrewagen. Während neben dem kompletten Audi-Jahreswagenquartett selbst Christijan Albers im 2006er-A4 bis in die zweite Session vordrang, mussten vier von fünf Mercedes-Jahreswagenpiloten ihren Arbeitstag schon nach der ersten Session beenden. Was im Falle Susie Stoddarts, die gestern auf Grund ihres Fahrzeugsbrands kaum zum Fahren gekommen war, nicht überraschte, erschien zumindest mit Blick auf den erfahrenen Mathias Lauda und den bei den ITR-Tests so überzeugenden Maro Engel nicht wirklich schlüssig.

Lauda sieht seinen 18. Platz sowohl fahrerisch als auch automobil begründet. "Ich habe in meiner besten Runde zwei dumme Fehler gemacht, das hat mich mehr als eine halbe Sekunde gekostet. Die Zeit hat mir zum Einzug in die zweite Session gefehlt. Ich weiß, woran ich arbeiten muss", gestand Österreicher gegenüber der adrivo Sportpresse. Dennoch ist auch er überrascht von der Performance der 2007er-Audi: "Ich glaube, dass die Mercedes-Jahreswagen etwas langsamer waren als die Audi. Eigentlich sagt man ja, dass Hockenheim Mercedes entgegenkommt. Wenn dann Audi-Strecken wie Mugello oder Zandvoort kommen, werden wir es im Jahreswagen noch schwerer haben."

Auch Maro Engel, der hinter Ralf Schumacher Rang 16 belegte, sah seinen Dienstwagen im Nachteil. "Es sieht so aus, dass die Audi-Jahreswagen hier schneller ist - anders als letztes Jahr mit den 2007er-Autos", resümiert der Debütant. Dennoch sieht er für die kommenden Rennen kein grundlegendes Problem: " Ich würde sagen, dass der 2007er-Mercedes sehr konkurrenzfähig war - insofern kann er von der Basis auch hier nicht schlechter sein als der Audi."

Norbert Haug lässt sich durch das mäßige Ergebnis seiner Jahreswagen zumindest nach außen hin nicht aus der Ruhe bringen. Er lobt lieber die Einstandsleistung Ralf Schumachers. "Ralf hat ein gutes Debüt gegeben. Platz 14 wäre schon eine Sensation gewesen vor Markus Winkelhock, den ich sehr hoch einschätze und der in den meisten Sessions in den Top Ten war", zeigt sich der Mercedes-Sportchef zufrieden. Auch über Maro Engel äußert Haug kein Wort der Enttäuschung: "Maro Engel und Ralf Schumacher sind auf einem ähnlichen Level."

Für das morgige Rennen hoffen die Mücke- und Persson-Piloten ebenso wie ihre HWA-Kollegen auf die Long-Run-Performance der C-Klasse. Mathias Lauda gibt sich zweckoptimistisch: "Über die Distanz wird es für uns besser laufen als im Qualifying." Und kündigt mit Blick auf die eigene Performance an: "Im Rennen werde ich den Abstand zu Gary sicher verringern können..."

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