Mercedes-Sportchef Norbert Haug nimmt die heutige Niederlage gelassen - sieht sich jedoch gezwungen, auf alte Zeiten zu verweisen...

"Den Unterschied kann man auf der Stoppuhr greifen, die Analyse, wer wie gut auf den Curbs und beim Anbremsen ist, muss folgen. Ich glaube nicht, dass wir ein schlechtes Auto haben", lautete Norbert Haugs Fazit zur Vierfach-Niederlage gegen die Konkurrenz. Nachdem man bei Mercedes bedingt durch die gute Traktion der neuen C-Klasse auf dem winkligen Oschersleben-Kurs durchaus auf einen Aufwärtstrend gehofft hatte, sah man sich heute im Angesicht der Audi-Vierfachpole erneut enttäuscht.

"Das ist Wettbewerb. Letztes Jahr haben wir nach dem ersten Rennen fünf Mal in Folge gewonnen", schwelgte Haug ob des heutigen Resutltats bereits in alten, glorreicheren Zeiten, "obwohl Audi den Titel gewonnen hat, haben wir das letzte Jahr mit sieben Siegen geprägt." Zurück in der Gegenwart hofft der Mercedes-Sportchef: "Ich hoffe nicht, dass es soweit kommt, dass nun wir eine Handvoll Rennen verlieren - aber das kann durchaus passieren."

Verglichen mit dem Vorjahresauto sei die neue C-Klasse eine extreme Steigerung. Und doch gestand Haug verglichen mit dem ersten Saisonlauf: "Ich glaube nicht, dass sich bei den Kräfteverhältnissen viel getan hat. Dennoch sind die Plätze fünf bis sieben noch ein gutes Ergebnis dafür, dass die Lücke an die Spitze noch zu groß ist." Wie schon vor einer Woche setzt man bei den Stuttgartern auf die Long-Run-Performance des 2008er-Bolidens. Diese hatte schon in Hockenheim zumindest im Falle Paul di Restas durchaus nicht enttäuscht, blieb nach einem missglückten Boxenstopp am Ende aber unbelohnt.

"Wir haben am Freitag gute Long Runs hingelegt - schauen wir, was das Rennen bringt. Wir werden zurückschlagen, auch wenn es möglicherweise noch eine Zeit dauert", kündigt Norbert Haug an. Bernd Schneider erneuten Platz in der fünften Startreihe nimmt er gelassen hin: "Bernd ist mit seiner Zeit nicht so weit hinter seinen Teamkollegen - es ist eine kompakte Mannschaftsleistung." Eine Mannschaftsleistung, zu der jahrgangsübergreifend auch Ralf Schumacher mit seinem ersten Einzug in die zweite Session beitrug: "Ralfs Zeiten können sich sehen lassen - im Vergleich der Vorjahreswagen steht er gut da."

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