Auch Norbert Haug sah an der Niederlage von Oschersleben nichts zu beschönigen. Die Stuttgarter setzen auf entscheidende Verbesserungen für Mugello.

"Man kann nicht immer Erster und Zweiter werden. Dennoch ist das Rennen kein Grund zum Feiern für uns - es kann eigentlich nur besser werden", musste in Oschersleben ein ähnlich wie schon in Hockenheim ernücherter Norbert Haug gestehen. Die Hoffnungen des Mercedes-Sportchefs scheinen zwar nicht unberechtigt: Schon 2002 gingen die ersten beiden Siege an Abt-Audi, bevor Mercedes in der zweiten Saisonhälfte zur Hochform auflief. Doch dies änderte damals nichts mehr daran, dass der Sieger der Fahrerwertung einen Audi TT-R fuhr...

Zumindest witterten die HWA-Piloten Bruno Spengler, Paul di Resta und Jamie Green auf den Rängen drei bis fünf Morgenluft. "Wir waren im Renntrimm näher an Audi als im Qualifying; das war sehr vielversprechend", sah auch Green im Gespräch mit der adrivo Sportpresse einen positiven Trend. Selbst sah er sich nach kollisionsbedingtem Teileverlust an einem besseren Ergebnis als Rang sieben gehindert: "In der ersten Kurve hatte ich eine Berührung mit Jarvis, die mich zurückgeworfen und Teile gekostet hat. Deshalb war ich auch langsamer als meine Teamkollegen. Auch Ekström hatte einige Teile verloren, war deshalb sehr langsam und hielt mich in meinem ersten Stint auf. Ich musste Geduld bewahren."

Bruno Spengler zeigte sich mit den Fortschritten, wo er dem Audi-Siegestrio noch kaum etwas entgegenzusetzen hatte, durchaus zufrieden. "Alle haben in dieser Woche nach Hockenheim lang und hart gearbeitet und getan, was in der kurzen Zeit nach dem letzten Rennen möglich war", stellte der zweifache Vizechampion Genugtuung fest, musste jedoch gestehen: "Die anderen waren noch etwas schneller als wir." Was sich diesmal auch in der Liste der schnellsten Rennrunden zeigte, in der - wie zu erwarten - Timo Scheider ganz oben stand.

"In Mugello haben wir einen Gewichtsvorteil von 20 Kilogramm. Die Strecke gefällt mir sehr gut. Dort werden wir angreifen. Mein Team gibt alles, und nach Punkten sieht es gut für mich aus", verweist Bruno Spengler auf den Tabellenstand: Zwar trennen den den Kanadier zurzeit sieben Punkte vom Führenden Timo Scheider. Martin Tomczyk und Mattias Ekström liegen jedoch in Schlagdistanz.

Mit noch größerem Optimismus blickt Green in die nähere Zukunft - obwohl der Austragungsort des dritten Saisonlaufs mit seinen vielen schnellen Kurven dem aerodynamischen starken 2008er-Audi noch eher entgegenkommen dürfte als die Oscherslebener Motorsport Arena: "Es ist schwer, Vorhersagen zu treffen, aber in Mugello halte ich den ersten Mercedes-Sieg für möglich. Die zwei Wochen Pause gibt dem Team Zeit, die nötigen Fortschritte zu erzielen."

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