Von Beginn an wollte Ralf Schumacher die Erwartungen an ihn nicht zu hoch schrauben. Doch mit seinem Debüt brauchte er sich nicht zu verstecken.

Wenn ein sechsmaliger Formel-1-GP-Sieger bei seinen DTM-Debüt auf dem 14. Platz landet, dann könnte ein oberflächlicher Betrachter auf die Idee kommen, das als Enttäuschung zu bezeichnen und von dem betreffenden Fahrer auch solche zu erwarten. Doch entgegen dieser Betrachtungsweise konnte Ralf Schumacher mit seiner Premiere in der DTM durchaus zufrieden sein."Der Start war maximal mittelmäßig, wenn ich ihn nicht beschönigend als sehr vorsichtig bezeichnen soll. Aber dann konnte ich meinen Mücke-Teamkollegen Maro Engel überholen, unsere Boxenstopps haben super geklappt, das Team hat da ganz toll gearbeitet, dadurch kam ich dann auch noch an Mathias Lauda vorbei und im Laufe der Zeit konnte ich auch das Tempo der Leute vor mir immer besser mitgehen", sagte Schumacher im Gespräch mit der adrivo Sportpresse.

Im Schlepptau von HWA-Fahrer Paul di Resta kam er an den "D-Zug" der im Qualifying noch deutlich schneller gewesenen Audi-Jahreswagen heran: "Ich konnte mit denen gut mithalten - was vorne bei den Neuwagen war, wie es da zwischen Audi und Mercedes aussah, kann ich nicht genau sagen, scheint aber so, dass Audi hier schon etwas schneller war." Auch im Vergleich zum besten Jahreswagenfahrer der Silbernen, Gary Paffett, verlor der Neuling in der zweiten Rennhälfte kaum noch Zeit - und der ehemalige DTM-Chamipon ist natürlich der beste Maßstab.

"Am Anfang war ich sicher noch langsamer, aber es ist ja klar, dass ich noch ein bisschen Eingewöhnungszeit brauche, aber ich habe schon gemerkt, dass ich im Laufe der Zeit besser in den Rhythmus gekommen bin und das hat sich ja wohl auch in den Zeiten niedergeschlagen. Ich glaube, innerhalb unserer Jahreswagen-Fahrer-Truppe habe ich da nicht so schlecht ausgesehen. Aber jeder zusätzliche Kilometer bringt mir neue Erfahrungen, ich bin sicher, dass ich auch an diesem Wochenende wieder sehr viel gelernt habe, was ich in Zukunft umsetzen kann."

Sein Ziel, keine größeren Fehler zu machen, habe er auch erreicht: "Ein kleiner ist mit passiert, in der Schlussphase, da war ich mal kurz ein bisschen weit draußen, deshalb ist der Abstand zu der Gruppe vor mir wieder etwas größer geworden. Aber das war auch das einzige..." Er habe jedenfalls mit dem 14. Platz überhaupt kein Problem, im Gegenteil: "Ich bin mit dem Verlauf des Wochenendes für mich insgesamt sehr zufrieden."

Darauf, dass er schon in einer Woche in Oschersleben auch in Zahlen schon ein Schäufelchen draufpacken und etwa die Top Ten anpeilen könnte, will er sich aber noch nicht festlegen: "Das ist wieder was ganz anderes, auch von der Streckencharakteristik her, da muss man abwarten." Klar ist, dass viel vom Qualifying und vom Start abhängen wird, "denn man hat ja heute gesehen, dass das mit dem Überholen auf der Strecke eine sehr komplizierte Angelegenheit ist... Aber wie gesagt - ich mache mir auch keinen Druck. Ich bin zufrieden, wenn ich Schritt für Schritt weiterkomme und lerne."

Copyright: adrivo Sportpresse GmbH