Auch heute befanden sich die Stuttgarter mit Ausnahme Bruno Spenglers nicht im Champagnerlaune. Insbesondere Bernd Schneider haderte mit dem Schicksal.

Viel war die Long-Run-Performance der neuen C-Klasse auch im Vorfeld des Oschersleben-Rennens gelobt worden. Doch auch wenn es für die Stuttgarter heute verdient zum ersten Podestplatz durch Bruno Spengler reichte: Eine Chance auf den Sieg hatte Mercedes trotz leichten Gewichtsvorteils auch heute zu keinem Zeitpunkt. Selbst auf eine Schnellste Rennrunde durch Paul di Resta konnte der Mercedes-Sportchef diesmal nicht verweisen...

"Das Rennen war für die Fans attraktiver als in Hockenheim. Wir waren näher an Audi als vor einer Woche, aber nach dem zweiten Boxenstopp war alles entschieden", sah auch Norbert Haug seine Truppe erneut nicht ganz in Schlagdistanz. Mit den Rängen drei bis fünf für Bruno Spengler, Paul di Resta und Jamie Green sah der Mercedes-Sportchef immerhin eine kompakte Mannschaftsleistung. "Wir einige Punkte haben sichern können - man kann nicht immer Erster und Zweiter werden. Dennoch ist das Rennen kein Grund zum Feiern für uns. Es kann eigentlich nur besser werden."

Während Spengler und di Resta ohne Tuchfühlung nach vorne oder hinten ihr eigenes Rennen fuhren, erlebte Green einen aufregenden Sonntag. Er kämpfte sich nach einer Kollisionen mit Oliver Jarvis zunächst an Mattias Ekström und Mike Rockenfeller vorbei, geriet dann jedoch unter den Druck von Markus Winkelhock. "Jamie war durch eine Berührung gehandicapt, die Aerodynamik war nicht mehr intakt. Der Kampf mit Markus Winkelhock war jedoch ein harter, fairer Kampf." Ohne größere Feindberührungen schaffte es zwar Bernd Schneider durchs Rennen - dafür ging der Rekordchampion jedoch nach einem geahndeten Frühstart gänzlich leer aus.

Trotz der Untersuchungen der Rennleitung bewertete Schneider seinen Start anders als die DMSB-Kommissare. "Bernd hätte ohne die Durchfahrtsstrafe eine ähnliche Performance zeigen können, sein Speed war gut. Er ist nach Ansicht der Videoanalyse allerdings nicht der Meinung, dass es ein Frühstart war", legt Haug die Bewertung Schneiders dar, wollte sich selbst jedoch noch nicht zur Entscheidung der Rennleitung äußern. Generell zeigte sich Haug zufrieden mit der Arbeit der Sportkommissare: "Im letzten Jahr ist Jamie Green in Oschersleben für einen Vorfall bestraft worden, für den er nichts konnte. Die Arbeit der DMSB-Kommissare war nun, wie 2007 nicht immer, sehr professionell. Man fühlt sich fair behandelt."

Einen Wermutstropfen war für Haug das Aus Maro Engels, der sich in die Top Ten hatte kämpfen können. "Zwischen Tom Kristensen und Maro gab es ein Missverständnis. Er ist ein starkes Rennen gefahren und wurde dann leider unabsichtlich getroffen." Trotz des dänischen Fauxpas fand der Mercedes-Sportchef am Ende doch noch lobende Worte für die Erzrivalen: "Glückwunsch an Timo, der erste Sieg ist immer der schönste: "Er war seit Beginn der Saison der stärkste Konkurrenz für uns. Ich kenne ihn schon aus Formel-3-Zeiten, als er für Nick Heidfeld kein leichter Gegner war."

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