In Oschersleben schlug die Stunde der Wahrheit - wenn auch nicht in Form aussagekräftiger Zeitenlisten. Fahrer und Ingenieure beschränkten sich aufs Detail.

Während sich die Piloten in Oschersleben mühten, nach wenig aussagekräftigen Regentests in Mugello so viele Runden wie möglich abzuspulen, gab es auch hinter den Kulissen keine Zeit zu verlieren. Mit Hochdruck werteten die Ingenieure die Telemetriedaten der DTM-Boliden aus - und leisteten Detailarbeit. Die eigentliche technische Deadline für die kommende Saison lag bereits vor den zweiten ITR-Tests in der Magdeburger Börde.

"Der Kurs in Oschersleben ermöglicht uns, weitere Setup-Varianten zu erproben. Eine willkommene Hilfe für die Saisonvorbereitung", bilanziert Jo Hausner gegenüber der adrivo Sportpresse. So stimmte Mugello auf die eher schnellen, aerodynamisch anspruchsvollen DTM-Kurse ein, während in der winkligen Motorsport Arena Oschersleben vor allem Qualität und Abstimmung des mechanischen Abtriebs ausprobiert werden konnten.

Bei den insgesamt guten Wetterbedingungen blieb bei allem Zeitdruck Gelegenheit zum Vorarbeiten. Hausner spielt auf den für diese Saison veränderten Zeitplan an den Rennwochenenden an: "Oschersleben unterscheidet sich von Mugello insofern für uns nicht, als dass wir beide Strecken nutzen, um die Rennvorbereitung für diese beiden Läufe voranzutreiben. Das reduzierte Zeitpensum an den Testfreitagen beschränkt unsere Möglichkeiten."

Obwohl der 2008er-Testträger, mit dem neue Konfigurationen und Komponenten für die Einsatzfahrzeuge getestet werden, an drei Oschersleben-Tagen beachtliche 525 abspulte: Eineinhalb Wochen sind den Technikern laut dem Audi-Ingenieur die Hände gebunden. "Viel ließ sich technisch hier bis Hockenheim natürlich nicht mehr ändern. Was wir hier an Ergebnissen erzielen, müssen wir auch beim Saisonstart so umsetzen", berichtet Hausner.

Zwar deutet die absolute Testbestzeit von Timo Scheider auf gute Arbeit der Ingolstädter bei der Entwicklung des neuen R14 hin. Dennoch erwartet Jo Hausner auch Konkurrenz aus dem eigenen Lager: Die letzte halbe Stunde lässt ahnen, was uns in Hockenheim erwarten wird - es wird verdammt eng zugehen zwischen allen Jahrgängen."

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