Übertönt vom Audi-Jubel rechnet Mercedes-Sportchef Norbert Haug die beträchtlichen Fortschritte seiner Mannschaft an diesem Wochenende vor...

In noch besser Laune als gestern präsentierte sich Dr. Wolfgang Ullrich. Mit erstaunlicher Leichtigkeit hatte sein Abt-Audi-Quartett zum Leidwesen Norbert Haugs dafür gesorgt, dass Hockenheim sein gern verliehenes Prädikat "Mercedes-Strecke" künftig ablegt. "Alle vier Autos konnten gute Rundenzeiten fahren. Ich hatte gehofft, dass wir dieses Rennen gewinnen - aber an einen Dreifachsieg hätte ich nicht geglaubt. Das Team hat es verdient, denn sie hatten in den letzten Wochen eine schwere Zeit", resümiert der Audi-Sportchef, nachdem seine Mannschaft gleich durch zwei schwere Unfälle bei den ITR-Tests zurückgeworfen worden war.

Norbert Haug will derweil eine Übermacht der Ingolstädter nicht bestätigen. "Wir haben gesehen, dass wir mit Paul den nötigen Speed gehabt hätten - er ist die schnellste Rennrunde gefahren", lobt der Mercedes-Sportchef den HWA-Neuzugang, "Er hatte leider beim Boxenstopp ein Problem mit der Kupplung, die nicht getrennt hat. Wir hätten ansonsten einen sehr kompakten Zieleinlauf auf den ersten drei Plätzen gesehen. Auf die Audis aufzuschließen wäre möglich gewesen - zu überholen wahrscheinlich nicht."

So war es Bruno Spengler, der mit Platz vier die Stuttgarter Ehre rettete und den zweiten Audi-Vierfachsieg nach Zandvoort 2007 verhinderte. "So war es nur der vierte Platz für Bruno. Bruno hat jedoch nach einer Berührung nicht mehr den nötigen Grip aufbringen können", spielt Haug auf den Zweikampf mit Tom Kristensen im zweiten Drittel des Rennens an. "Bernd und Jamie sind weiter hinten gestartet - von dort aus war nicht viel möglich. Man muss nun einmal bessere Startplätze belegen."

Zumindest mit Blick auf die 2007 viel diskutierte Fairness zwischen Audi und Mercedes sah Norbert Haug Licht am Ende des Tunnels. "Kompliment an Martin Tomczyk - es war ein fairer Zweikampf. Er hat keine Dummheiten im Kampf gegen Bruno gemacht, der wiederum seine Position stark verteidigt hat", fasste der Schwabe zusammen - der mit Blick auf das Kräfteverhältnis zwischen Stuttgart und Ingolstadt seine ganz eigene Rechnung kennt: "Wir haben am Freitag mit sieben Zehntel Rückstand auf Audi angefangen und mit einer um drei Zehntel schnelleren Rennrunde als Mattias aufgehört."

Auch Ullrich warnt im Gespräch mit der adrivo Sportpresse vor voreiligen Schlüssen mit Blick auf den zweiten Saisonlauf in Oschersleben, der bereits in einer Woche folgt. "In Oschersleben wird die Qualifikation sichern nicht zu unterschätzen sein. Man kann zwar auf der Strecke überholen, aber das ist schwerer als hier in Hockenheim. Wir dürfen uns jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen, denn sich auszuruhen heißt zu verlieren", kündigt der Österreicher an, der auch auf den bleiernen Ballast verweist: "Die Zusatzgewichte werden sicher zu spüren sein. Aber wir werden alles dafür geben, das Resultat des ersten Rennens zu wiederholen."

Copyright: adrivo Sportpresse GmbH