Auch nach der Präsentation des neuen Audi A4 DTM bleibt Geheimhaltung oberstes Gebot - doch nicht nur optisch drängt sich der Vergleich mit dem Vorgänger auf...

Geduckt und dynamisch stand der neue, R14 genannte Audi-Bolide gestern auf dem Genfer Messeparkett. Die ausladenden Kühlungsöffnungen an der Front ließen selbst die Staubsauger-Optik eines Porsche Cayenne brav erscheinen. Optisch hat sich der neue A4 DTM schon jetzt Eindruck verschafft - doch wirklich schlauer ist die DTM-Welt nach dem gestrigen Sneak-Preview noch nicht. Bis zum Abschluss der Testfahrten in Mugello und Oschersleben bleibt die Geheimhaltung bei den beiden Herstellern oberstes Gebot. Dennoch lassen Fotos und Eckdaten einen ersten Vergleich mit dem Vorgänger zu.

Die neue, wie gewohnt zunächst mithilfe numerischer Strömungssimulationen berechnete, dann im Ingolstädter Windkanal getestete Aerodynamik präsentiert sich als Weiterentwicklung der bisherigen Lösungen. Auch Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich möchte nicht von einer Revolution sprechen: "Wir haben dabei das abgeschlossen, was wir im Vorjahr bereits beim R13 begonnen hatten. Wir sind überzeugt, im Rahmen des Reglements eine sehr konsequente Optimierung der Aerodynamik erreicht zu haben."

Insbesondere die Luftführung durch den Boliden erinnert stark an den Vorgänger: Die beim 2007er-A4 eingeführten Kühlungsöffnungen, die den Grill im unteren Bereich rechts und links ergänzen, sind noch wesentlich breiter geworden. Ansonsten fallen nur Detailänderungen ins Auge: Der Frontsplitter senkt sich hin zu den Fahrzeugecken um wenige Millimeter ab; im Bereich des Schwellers unter der Fahrertür ist der A4 im Profil nun glatter - die Kühlluft tritt gebündelter als zuvor aus dem Fahrzeug aus.

Trotz gewachsener Abmessungen in der Serie präsentiert sich der A4 DTM ebenso wie die bisherige Version inklusive Überhängen durch Frontsplitter und Heckflügel mit einer Länge von 4,80 Meter etwas kompakter als die C-Klasse. Ähnlich wie Mercedes im vergangenen Jahr mit geringeren Karosserieüberhängen der Serien-C-Klasse musste sich allerdings auch Audi mit dem deutlich gewachsenen Radstand des Serienmodells arrangieren. Derweil soll ein abgesenkter Fahrzeugschwerpunkt zu einem dennoch weiter verbesserten Fahrverhalten beitragen.

Die Karosserie und die Sicherheitszelle für den Fahrer bestehen DTM-typisch aus Kohlefaser; für die Verwindungssteifigkeit des Chassis sorgen 31 Meter Stahlrohr - gegenüber 28 Metern beim 2007er-A4. Dennoch gibt Audi an, das Gewicht des R14 verglichen mit dem R13 weiter gesenkt zu haben. Derweil hatte das V8-Aggregat des A4 DTM vor Monaten Prüfstandtests von jeweils 36 Stunden bzw. 6.000 Kilometern Länge hinter sich bringen müssen - doch evolutionär ging es auch bei der Motorentechnik zu:

Der aus den beiden Vorgängern bekannte, 4 Liter große Saugmotor klassischer Bauweise kommt auch im 2008er-Boliden zum Einsatz. Nennenswerte Leistungssteigerungen konnten auch angesichts reglementarischer Restriktionen wie dem Luftmassenbegrenzer nicht erzielt werden. Wie schon beim 2007er-Audi beschränken sich die Verbesserungen auf eine bessere Leistungsentfaltung und damit günstigere Drehmomentverläufe des 460 PS starken Aggregats. Dr. Martin Mühlmeier, Technikchef bei Audi Sport, bestätigt: "Es geht in der DTM um die konsequente Interpretation und Umsetzung der vorgeschriebenen Technik."

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