Für Daniel La Rosa könnte nur Audi die Rettung sein, Alex Margaritis wartet auf einen Benz-Vertrag: Erweist sich der Jahreswagen erneut als Karrierebremse?

Am Anfang steht die Hoffnung auf den Aufstieg. Angekommen im Jahreswagencockpit steht für viele DTM-Debütanten der Gasfuß fest auf der Karrierebremse: Jene Piloten, die in den vergangenen Jahren den Sprung vom Vorjahres- in den Neuwagen schafften, lassen sich an einer Hand abzählen. Ob sich Daniel La Rosa und Alexandros Margaritis, 2007 bereits im zweiten bzw. dritten Jahr in einer Mercedes C-Klasse des Vorjahres unterwegs, hinzugesellen werden? Es darf bezweifelt werden, nachdem die beiden Mercedes-Piloten zurzeit noch gänzlich ohne Vertrag dastehen.

"Zurzeit haben sowohl Alexandros als auch ich noch keine Verträge. Insofern mache ich mir über die Testarbeit in der DTM keine Gedanken. Ich muss zunächst schauen, wo ich in diesem Jahr überhaupt starten werde", berichtete La Rosa am vergangenen Wochenende gegenüber der adrivo Sportpresse. Auch für Margaritis hält sich das Arbeitspensum für Mercedes momentan in Grenzen: "Ich bin für Mercedes noch auf einigen Presseterminen gewesen. Aber seit dem letzten Rennen habe ich nicht mehr im Auto gesessen. Als Jahreswagenfahrer kann man im Winter ohnehin nur an sich selbst arbeiten und trainieren."

Neben den Gerätschaften im Fitnessraum widmet sich Margaritis zurzeit insbesondere seiner Freundin und seinem Freundeskreis - bereitet sich jedoch zugleich auf die Vertragsverhandlungen mit Mercedes vor. "Ich schaue mich auch für den Fall um, dass ich irgendwo unterkomme, falls es in der DTM für mich nicht weitergehen sollte", gesteht der Grieche uns gegenüber, "aber meine Chancen auf ein weiteres Jahr bei Mercedes stehen gut. Die Entscheidung wird in zwei bis drei Wochen anstehen." Den Traum, nach drei Jahren im Vorjahres-Benz endlich in den Neuwagen aufzusteigen, dürfte Margaritis derweil allerdings aufgegeben haben: Zu Gary Paffett und Paul Di Resta hat sich seit der vergangenen Woche auch Ralf Schumacher als Kandidat für die Häkkinen-Nachfolge gesellt.

Eine weitere Chance im Persson-Jahreswagen hielte Margaritis mit Blick auf die Saison 2007 dennoch zu Recht für gerechtfertigt: "In zehn Rennen bin ich sechs Mal in den Punkten gewesen. Ich bin häufig bester Vorjahreswagenfahrer gewesen, war zwei Mal auf Platz vier und hätte durchaus auch aufs Treppchen kommen können." Seit seinem DTM-Debüt im Jahr 2005 zeigte die Leistungskurve des gebürtigen Bonners stetig nach oben - ebenso wie die La Rosas seit seiner ersten Saison im Mücke-Mercedes 2006. Und doch könnte nur die utopische Möglichkeit eines Audi-Cockpits für eine weitere DTM-Saison des Hessen folgen - steht doch seit Wochenbeginn laut motorsport aktuell fest, dass La Rosas Vertragsverhandlungen mit den Stuttgartern gescheitert sind.

Bereits am Wochenende hatte der Deutsche mit italienischen Wurzeln seinen früheren Teamkollegen Stefan Mücke, der 2006 nach fünf Jahren im Jahreswagen aus der DTM ausscheiden musste, keineswegs als Negativbeispiel betrachtet: "Stefan Mücke ist erfolgreicher denn je. Die Fahrer aus der DTM sind in anderen Rennserien gern gesehen; insofern habe ich keine Angst davor, abseits der DTM nirgendwo unterzukommen." Für Daniel La Rosa, der noch beim Saisonauftakt 2007 für den ersten Podestplatz eines Mercedes-Jahreswagenpiloten gesorgt hatte, bestätigt damit das Jahreswagencockpit seinen Ruf als Karrierebremse, der insbesondere bei Audi schon längst kein Mythos mehr ist. La Rosa will 2008 abseits der DTM erreichen, was in der kommenden Saison im 2007er-Mercedes ohnehin kaum möglich gewesen wäre: "Unabhängig davon, wo ich fahre, möchte ich auf jeden Fall einmal ganz oben auf dem Podium stehen."

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