Zur Spazierfahrt wurde das Rennen trotz des guten Ergebnisses im Zeitfahren nicht: Audi präsentierte sich mit Mercedes "nur" auf Augenhöhe.

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre wäre es für Audi ein Erfolg gewesen - nach den Ergebnissen der beiden vorangegangen Tage bildete es eher eine Enttäuschung: "Nur" auf Augenhöhe mit der Mercedes C-Klasse präsentierte sich am Rennsonntag der Audi A4 DTM. Aufgewogen wurde der kleine Dämpfer durch den Gewinn von Fahrer- und Teammeisterschaft, zu der im Rennen nicht nur die Neuwagenpiloten beitragen durften...

Die Fahrer: Bereits seit Mugello hatte Timo Scheider einen Performance-Sprung ausgemacht - in Hockenheim wurde Scheider für seine während der zweiten Saisonhälfte konstant guten Leistungen endlich mit dem ersten Podestplatz belohnt. Während Ekström souverän mit seinem übersteuernden Dienstwagen kämpfte und Kristensen nicht ganz an seine gestrige Form anknüpfen konnte, erlebte Scheider ein reibungsloses Rennen. Martin Tomczyk bestätigte nach seinem frühen Rückschlag in der ersten Kurve mit einer Aufholjagd von Platz 19 auf Endrang neun seine fahrerische Performance. Als bester Pilot der älteren Jahrgänge überzeugte bei seinem vielleicht letzten DTM-Rennen Rosberg-Vertreter Lucas Luhr - während sich seine Kollegen in den Dienst der Marke stellten...

Die Strategie: "Ein Riesendank an Audi und die Äbte - sie haben eine unglaublich gute Strategie erarbeitet", beschrieb Timo Scheider eine gelungene Renntaktik. Der Audi-Kommandostand bewies Geschick - und machte sich damit nicht nur Freunde. "Ich wurde zu frühen Boxenstopps gebeten, was natürlich für mich nicht das Beste war, aber es hat geholfen: Wenn die Mercedes mich überholen wollten, mussten sie das auf der Strecke schaffen", berichtet Tom Kristensen von seiner Schützenhilfe für den strauchelnden Ekström, die auch die Jahreswagenpiloten leisteten. Insbesondere Mike Rockenfeller sorgte mit weit hinausgezögerten Stopps für Verärgerung bei Mercedes, setzte er sich gegen Bernd Schneider und Bruno Spengler doch bis zu seinem Ausrollen standhaft zur Wehr...

Die Neuwagen: Mit 90 Punkten ist dem Abt-Audi-Duo aus Mattias Ekström und Martin Tomczyk seit dem Saisonauftakt ein Start-/Ziel-Sieg hin zum Gewinn der Teammeisterschaft gelungen - doch die Performance der 2007er-Audi präsentierte sich im Rennen weit weniger dominant als noch an den beiden Tagen zuvor. So baute Ekström zwar zunächst seine Führung im Rennen aus, dann jedoch ereilte den Schweden ein extremes Übersteuern, das seine Rundenzeiten in den Keller fallen ließ. Am ehesten repräsentativ für das Potenzial der aktuellen A4 DTM war das Rennen Timo Scheiders: Trotz strategischer Schützenhilfe fuhr der Lahnsteiner souverän aufs Podium - und befand sich mit Blick auf die Rundenzeiten auf einer Augenhöhe mit Jamie Green und Bruno Spengler.

Phoenix, Rosberg & TME: Mit Blick auf die Rundenzeiten präsentierten sich die 2006er-Audi auf einer Augenhöhe mit den Mercedes gleichen Baujahres. Dass es am Ende dennoch nicht zu weiteren Punkten reichte, war sowohl Ergebnis der schlechteren Startposition als auch der taktischen Schützenhilfe für Ekström. Für Lucas Luhr war der letzte Saisonlauf Balsam auf die geschundene Seele: Der Koblenzer sprach von einem "sensationell gut laufenden" A4 DTM - und drehte am Ende die schnellste Runde aller Jahreswagenpiloten. Markus Winkelhock musste sich trotz der 25 Kilogramm Gewichtsvorteil seines 2005er-Audis am Ende zwar Paul Di Resta im Mercedes-Gebrauchtwagen geschlagen geben - doch immerhin durfte sich der Schwabe über ein erfolgreiches Überholmanöver gegen Mika Häkkinen freuen...

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