Zwar fuhren sie in völlig unterschiedlichen Regionen; im Schicksal jedoch waren Häkkinen und Kristensen vereint: Sie standen im Schatten ihrer Teamkollegen.

Sie sind Skandinavier, sie sind berühmte Routiniers, sie haben bereits bessere Saisons erlebt. Tom Kristensen und Mika Häkkinen waren heute in ihrem Schicksal vereint: Während ihre Teamkollegen bei Abt-Audi und HWA-Mercedes im Rampenlicht standen, blieben Pole-Inhaber Tom Kristensen und Startaufstellungsletzter Mika Häkkinen im Hintergrund - wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Während der Finne schlichtweg zu langsam war, stellte sich der Däne ganz in den Dienst seines Teams...

"Das ganze Wochenende war sehr enttäuschend. Ich habe mit dem Auto seit Freitag gehadert. Im Rennen waren wir nicht in der Lage, den Speed mitzugehen. Wir waren zu langsam", gesteht Mika Häkkinen, der am Ende auf Platz 17 landete, im Gespräch mit der adrivo Sportpresse. Auch Pole-Inhaber Tom Kristensen kämpfte im Laufe des Rennens mit dem Speed - allerdings aus anderen Gründen: "Das Auto war gut, speziell auf den neuen Reifen. Meine Hinterreifen haben allerdings abgebaut, ich hatte keinen Grip mehr auf der Hinterachse."

Der Grund für die Haftungsprobleme des Dänen lag in seiner Rennstrategie, die einen langen dritten Stint vorsah. Als Erster war Kristensen zum zweiten Boxenbesuch erschienen. "Ich wurde zu frühen Boxenstopps gebeten, was natürlich für mich nicht das Beste war, aber es hat geholfen: Wenn die Mercedes mich überholen wollten, mussten sie das auf der Strecke schaffen. Am Ende habe ich mit stumpfen Waffen gekämpft, als alle anderen auf neuen Reifen waren", berichtet Kristensen uns gegenüber.

Im Folgenden wurde dem siebenfachen Le-Mans-Sieger eine Ehre zuteil, die Häkkinen schon in Barcelona hatte - wenn auch mit gravierenderen Konsequenzen: Die Rennleitung befand eines seiner Manöver für fragwürdig. "Aus meiner Sicht war es ein faires Rennen, auch wenn ich eine Verwarnung bekommen habe. Ich habe einmal Schneider berührt, einmal Spengler - ich weiß gar nicht, wofür genau ich die Verwarnung bekommen habe. Auf jeden Fall waren es keine unfairen Aktionen", schildert Kristensen, der dem über die Audi-Fahrweise verärgerten Spengler entgegensetzt: "Spengler hat mich einmal auf die Wiese gedrückt, dann wurde mein Auto unruhig und wir haben uns berührt."

Am Ende durfte sich Tom Kristensen auf Rang sechs zwar nicht über ein herausragendes Einzelergebnis, dafür jedoch über den Titelgewinn seiner Audi-Mannschaft freuen. Ein Jubel, den Mika Häkkinen nicht teilen konnte: "Es war ein schlechtes Wochenende, zumal wir nur Zweiter in der Meisterschaft sind. Es ist eine Enttäuschung nach all der harten Arbeit, all dem Chaos in dieser Saison, nach der halbierten Punktzahl in der Lausitz, nach der Strafe von Barcelona. Es war ein hartes Jahr", bilanziert Häkkinen, der sich schon gestern über ein weiteres DTM-Jahr unschlüssig war...

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