Nach fünf Mercedes-Poles in Folge hat Audi in letzter Sekunde das Remis in der Pole-Statistik herbeigeführt - und hat beste Karten im Titelkampf.

Einst schien die aktuelle Mercedes C-Klasse im Qualifying unbesiegbar - nun ist es der Audi A4 DTM, der Qualifying um Qualifying für sich entscheidet. Hatten die Stuttgarter während der ersten Saisonhälfte fünfmal in Folge die Pole Position belegt, so dürfen sich fünf Rennen später die Ingolstädter freuen, in der Pole-Statistik der aktuellen Saison noch ein Remis herbeigeführt zu haben. Ebenso wie in Mugello, Zandvoort und Nürburg reichte es für Audi gleich zur Mehrfach-Pole. "Das ist Ergebnis kontinuierliches Arbeitens. Wenn etwas dazu beigetragen hat, ist es die Tatsache, dass wir unsere vier Autos immer auf ein ganz ähnliches Niveau gebracht haben", nennt der Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich die Gründe für die beachtlichen Steigerungen.

"Bevor das Qualifying nicht vorbei ist, darf man sich nie freuen - das haben wir auch schön öfter geübt", verweist Ullrich auf die zunächst überraschend starke Mercedes-Performance während der ersten Session, die die Kollegen aus Stuttgart dann jedoch nicht in ein gutes Qualfying-Ergebnis ummünzen konnten. Nun, da das Zeitfahren beendet ist, zeigt sich Ullrich jedoch umso erfreuter: "Das ist ein großer Schritt. Wir haben beide Jungs, die um die Meisterschaften fahren, vor Bruno platziert. Ich freue mich, dass es so gekommen ist, wenn es auch für Martin enttäuschend gelaufen ist - er hatte sich von uns die besten Chancen ausgerechnet."

Insbesondere die Leistung seiner letztjährigen Speerspitze Tom Kristensen, der sich zuletzt im Formtief befunden hatte, sorgte bei dem Österreicher für Begeisterung: "Es ist schön, dass Tom wieder voll und ganz zurück ist, nach dem, was im ersten Rennen der Saison passiert ist." Aus seinem Formtief scheint sich seit Barcelona auch Jamie Green befreit zu haben, der mit Startplatz vier immerhin das beste HWA-Ergebnis einfuhr - von Sportchef Norbert Haug jedoch nur ein wenig überschwängliches Lob erntete: "Die Leistung von Jamie war schon okay angesichts der zehn Kilogramm, die wir zuladen mussten."

Für morgen rechnet Haug mit weiteren entscheidenden Nachteilen auf Grund der Gewichtsunterschiede. "Diese zwei Zehntel sind ein Handicap", betont der Mercedes-Sportchef, würdigt jedoch auch die Leistung der Konkurrenz: "Audi ist stark und kompakt aufgestellt - das ist uns hier nicht so gut gelungen." Nach dem spanischen Eklat sowie dem Treffen der beiden Sportchefs am Mittwoch hebt insbesondere Dr. Wolfgang Ullrich das Bestreben nach einem spannenden, aber dennoch sportlichen Rennen hervor: "Ich hoffe, dass wir morgen ein faires, spannendes Tourenwagenrennen sehen werden, und wir wollen alles dazu beitragen."

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