Bei seinem DTM-Comeback fand Gary Paffett viel Bekanntes vor - so auch die Diskussion um Berührungen und ihre Bestrafung. Er fordert eine bessere Kommunkation.

Als Gary Paffett zu Beginn des Jahres in die DTM zurückkehrte, durfte er sich sofort wie zu Hause fühlen. Sein Mercedes-Jahreswagen unterschied sich nur unwesentlich von jenem Dienstwagen, mit dem 2005 den Titelkampf für sich entschieden hatte. Das Sportliche Reglement hatte sich zwar in Safety-Car-Fragen geändert - ließ jedoch in Sachen Zweikampfverhalten weiterhin Interpretationsspielraum. Ein Missstand, den Paffett gerade mit Blick auf die abgelaufene Saison behoben sehen möchte.

"In meinen Augen sind die Regeln zu vage formuliert, was erlaubtes und unerlaubtes, bestraftes und unbestraftes Zweikampfverhalten angeht. Diese Diskussion führen wir schon lange", bilanziert Gary Paffett gegenüber der adrivo Sportpresse nach einer aufreibenden Saison. Wurde unter der alten Rennleitung immer wieder über eine zu harte Regelauslegung diskutiert, so sorgten ihre Nachfolger seit Brands Hatch teils mit ihren recht großzügigen Urteilen für Gesprächsstoff. Zum Ende der Saison vollzog die neue Rennleitung einen Kurswechsel:

So waren es die in Barcelona gegen Mika Häkkinen und Daniel La Rosa nachträglich ausgesprochenen, drastischen Sportstrafen, die bei Paffett für Verwirrung sorgten: "Immer wieder gibt es Entscheidungen der Rennleitung, die wir und die Zuschauer nicht nachvollziehen können. Das Reglement muss klarer formuliert werden." Doch mit einem überarbeiteten Sportlichen Reglement für 2008 ist aus Sicht des DTM-Champions von 2005 nicht getan. "Auch im Gespräch zwischen den Sportkommissaren und den Fahrern muss besser erläutert werden, was erlaubt ist und was nicht", führt Paffett aus.

So wurde die Dialogbereitschaft der Mannschaft um Renndirektor Sven Stoppe zwar von vielen Piloten durchaus geschätzt. Die neue Rennleitung höre den Fahrern zu und sei offen für Verbesserungsvorschläge, hatte Jamie Green noch zur Mitte der Saison lobend hervorgehoben. Doch Gary Paffett vermisste mehr und mehr klare, unmissverständliche Ansagen: "An der Kommunikation hat es in diesem Jahr manchmal gemangelt; es wurde uns zu oft zu wenig oder nichts erklärt; auch was die Kriterien von Sportstrafen angeht." Nur mit schlüssigen Erklärungen können Strafen aus Sicht des Persson-Piloten auch in der Zukunft Verbesserungen bewirken: "Ansonsten können die Fahrer nicht aus Fehlern lernen."

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