Selbst in den Momenten seines größten DTM-Erfolgs legte Timo Scheider seine bekannte Hilfsbereitschaft nicht ab...

Schon im April hätte Timo Scheider das Hockenheimer Podest belegen können. Eine Kollision mit Bruno Spengler und acht weitere vergebliche Versuche später kann der Abt-Audi-Pilot ausgerechnet beim Saisonfinale endlich den ersten Podiumsplatz verbuchen. "Jetzt die richtigen Worte zu finden, ist schwierig. Geil - das trifft es vielleicht. Bei diesem Wetter, bei diesen Fans und mit meinem Team bin ich überglücklich, für Audi heute die Meisterschaft miteingefahren zu haben", bilanziert Timo Scheider im Gespräch mit der adrivo Sportpresse. "Den Titel miteingefahren" - schon die Wortwahl zeigt, dass Scheider seine berüchtigte Hilfsbereitschaft auch heute nicht vergaß...

"Die Rolle als Teamplayer habe ich mir ordentlich verdient", bemerkt auch Scheider, nachdem er Ekström während der ersten Rennhälfte zunächst den Rücken frei gehalten hatte. Später war Timo Scheider dank einer guten Rennstrategie, vor allem jedoch dank einer fehlerfreien fahrerischen Performance bis auf Rang zwei vorgedrungen - und zeigte erneut Kooperationsbereitschaft. "Demzufolge habe ich immer in den Rückspiegel geschaut und hatte in den letzten zwei Runden das Bedürfnis zu fragen, ob ich irgendwo helfen kann", beschreibt der Lahnsteiner mit einer Prise Selbstironie.

Am Ende war Scheider erleichtert, nicht erneut seinen Podestplatz hergeben zu müssen: "Irgendwann war die Freude über meine Performance so groß, dass ich gedacht habe: Das bekommt Eki schon alleine hin. Ich habe den Abstand zwischen Mattias und Bruno gut beobachtet und wusste am Ende, dass es für ihn reichen wird. Ein Riesendank an Audi und die Äbte - sie haben eine unglaublich gute Strategie erarbeitet. Mein Auto war vom Anfang bis zum Ende perfekt" Für den Rest des Tages will er Mattias Ekström in Sachen Party in nichts nachstehen:

"Heute Abend steht einer Feier nichts im Weg. Ich werde richtig Gas geben, egal, was morgen kommt. Erst am Dienstag wird es ernst: Dann ziehe ich um in mein neues Haus", berichtet Timo Scheider, der sich auch ohne den ersten Podestplatz keine Sorgen um seine DTM-Zukunft gemacht hätte: "2008 möchte ich bei Audi in der DTM bleiben - ich habe einen Zweijahresvertrag unterschrieben."

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