Die dritte Startreihe aus Martin Tomczyk und Bruno Spengler verspricht Sprengstoff - insbesondere für den Bayern im Mercedes-Sandwich...

So beachtlich die Qualifying-Leistungen Tom Kristensens und Timo Scheiders auch waren: Auf den Start der beiden Audi-Piloten aus der ersten Reihe wird morgen kaum ein Zuschauer achten. Zu sehr gilt die Aufmerksamkeit den ersten Metern Mattias Ekströms - und den Geschehnissen in der dritten Startreihe. Seite an Seite werden die Verfolger des Schweden, Martin Tomczyk und Bruno Spengler, morgen in ihr Rennen gehen. Eine Konstellation, die nicht nur nach jüngsten Ereignissen Sprengstoff verspricht - zumal mit Jamie Green nicht nur hinter Tomczyk, sondern auch vor Tomczyk ein Mercedes-Pilot steht...

"Unsere Ausgangslage ist gut - Bruno ist hinter mir, es stehen viele Audis vorne. Aber ich habe mir schon etwas mehr ausgerechnet, vor allem nach dem freien Training heute Morgen", kann der fünftplatzierte Tomczyk im Gespräch mit der adrivo Sportpresse eine gewisse Enttäuschung darüber, nur Vierter im Abt-Audi-Bunde zu sein, nicht verhehlen. Ein Problem, mit dem auch Ekström zu kämpfen hatte, wurde beim bayrischen Teamkollegen weniger gut gelöst: "Ich habe leichte Setup-Probleme damit gehabt, Grip auf die Strecke zu bekommen. Das kannten wir schon von gestern; aber heute haben die Setup-Änderungen nicht so funktioniert."

Wie Martin Tomczyk am viertplatzierten Green vorbeizukommen gedenkt? "Das erledige ich am Start." Ein Vorhaben, dessen Gelingen Jamie Green verhindern will - allerdings mehr aus eigenem Ehrgeiz als aus mannschaftlichen Gründen. "Wir sind bei den Rundenzeiten in Schlagdistanz zu Audi; und morgen kann ich ein gutes Rennen hinlegen", will der Brite bei seinem möglicherweise letzten Rennen für HWA noch einmal sein eigenes Potenzial unter Beweis stellen - und nach dem Sieg von Barcelona auch ohne chaotische Begleitumstände einen Podestplatz herausfahren: "Meine Strategie ist, mich auf meinen eigenen Job zu konzentrieren und so schnell zu fahren, wie ich kann. Ich will nach vorne kommen."

Erstaunlich entspannt geht derweil Bruno Spengler mit seiner Niederlage im Kampf gegen Ekström und Tomczyk um. "Meine Zeit war relativ gut, ich habe keine Fehler gemacht. Die anderen waren einfach ein bisschen schneller. Für morgen ist noch alles drin. Das Auto sollte im Rennen gut sein", kündigt der Kanadier uns gegenüber an. Eine Prognose, deren Erfüllung Tomczyk nur wenig abgewinnen könnte - ist er laut Dr. Wolfgang Ullrich doch zunächst auf sich allein gestellt: "Martin muss es selbst lösen, vor Bruno zu bleiben."

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