Zwei Chancen bleiben Audi, den Titelkampf in diesem Jahr für sich zu entschieden. Jene in Barcelona ist dabei die erstbeste...

Eine Achterbahn der Emotionen durchfuhren die Ingolstädter beim Barcelona-Debüt der DTM im vergangenen Jahr: Angeführt von Pole-Inhaber Martin Tomczyk gingen die Abt-Audi-Piloten als geschlossenes Führungsquartett in die erste Kurve, bevor Tomczyk souverän seinen ersten DTM-Triumph einfuhr. Doch die Freude über den lang ersehnten Befreiungsschlag des Rosenheimers erhielt einen Dämpfer: Mehr als einmal pflügte ausgerechnet Titelkandidat Tom Kristensen durch die Kiesbetten - und rutschte mit lädiertem Dienstwagen am Ende gar aus den Punkterängen. Welch ein Wandel: Während sich Audi 2006 in Spanien von realistischen Titelchancen verabschieden musste, ist der Gewinn von Fahrer- und Teammeisterschaft diesmal zu Greifen nahe...

Abt

"Sicher ist, dass Mercedes alles daran setzen wird, die Meisterschafts-Entscheidung auf das Finale zu vertagen. Dagegen hätte ich auch nichts - vorausgesetzt, die Titelkandidaten heißen dann nur noch Mattias Ekström und Martin Tomczyk", freut sich Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich auf das erste Audi-interne Titelduell in der Geschichte der neuen DTM. Hierfür jedoch müsste Ekström mindestens eine Position vor Bruno Spengler ins Ziel kommen, während Tomczyk nicht mehr als sechs Punkte auf seinen schwedischen Teamkollegen verlieren dürfte.

Zwar präsentierte sich der Audi A4 DTM 2006 in Barcelona tendenziell stärker als die Mercedes C-Klasse. Vom seit Mugello liebgewonnenen Gewichtsvorteil müssen sich die Piloten der 2007er-Boliden allerdings verabschieden. Und eine weitere Unannehmlichkeit erwartet die Ingolstädter: "Die Strecke ist inzwischen umgebaut worden, darüber höre ich nicht so viel Gutes", spielt Tom Kristensen auf die neu eingerichtete Schikane im dritten Streckensektor an. Für den Audi A4, dessen bevorzugtes Revier schnelle und flüssige Passagen mit aerodynamisch anspruchsvollen Kurven sind, im Kampf gegen die 2007er-C-Klasse nicht von Vorteil...

Phoenix & Rosberg

"Barcelona ist eine sehr gute Rennstrecke, die mir ohne die Schikane allerdings besser gefallen hat", stimmt auch Rosberg-Pilot Lucas Luhr in die mäßige Begeisterung über den Streckenumbau ein, "wir haben dort im Winter getestet und werden versuchen, die guten Ergebnisse der Tests am Rennwochenende umzusetzen." Die Betonung liegt dabei auf "versuchen", hatten doch zuletzt mit seiner achten Nullrunde in Folge weder Luhr noch sein Rosberg-Team das Glück auf ihrer Seite. Auch Teamkollege Mike Rockenfeller bleibt skeptisch: "Es wird aber nicht leicht. Wir haben uns mit den 06er-Autos schon am Nürburgring sehr schwer getan."

Wenngleich es für das Phoenix-Team in der Eifel nur unwesentlich besser lief, lässt sich Alexandre Prémat die Zuversicht nicht nehmen, in Barcelona an seine bis Zandvoort vier Rennen währende Punkteserie anknüpfen zu können: "Im vergangenen Jahr habe ich dort ein Rennen in der GP2 vor Lewis Hamilton gewonnen. Ich war dort im Formel-Auto sehr schnell, und im Winter haben wir in Barcelona mit Audi getestet - auch da war ich sehr stark." Für Christian Abt stehen hingegen in Barcelona, laut ihm "nicht gerade meine Lieblingsstrecke", weniger das eigene Ergebnis als vielmehr der dritte Titelgewinn des Teams von Bruder Hans-Jürgen im Vordergrund...

Futurecom TME

Nicht im Rahmen von DTM-Tests, dafür jedoch zu Fuß durfte Markus Winkelhock bereits einige Runden auf dem Circuit de Catalunya drehen. "Ich bin auf der Strecke noch nicht gefahren, obwohl ich dieses Jahr schon zweimal mit der Formel 1 dort war. Ich bin nicht zum Einsatz gekommen, konnte aber abends zumindest um die Strecke joggen", berichtet der Futurecom-TME-Pilot. Teamkollegin Vanina Ickx hofft vom gewachsenen Gewichtsvorteil gegenüber den 2005er-Mercedes ebenso zu profitieren wie schon im Qualifying des vergangenen Jahres von einer feuchten Strecke: "Ich freue mich, dorthin zurückzukehren. Ich hoffe, dass wir wieder etwas Wasser auf der Strecke haben werden..."

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