Mit dem fünften Podestplatz in Folge machte Mattias Ekström in der Eifel Startplatz 10 vergessen. Ein Kunststück, das erneut gelingen soll...

Ein zumindest nicht missglückter Start, zwei frühe Boxenstopps, ein unerwartet kooperativer Jamie Green und ein gewohnt hilfsbereiter Timo Scheider: So drang Mattias Ekström vor drei Wochen auf dem Nürburgring von Startplatz zehn aus bis auf den dritten Podestplatz vor. Doch trotz der erfolgreichen Flucht nach vorne scheint der Schwede von Position zehn wie verfolgt. "Beim letztes Mal hat das Rennen von Platz zehn gut funktioniert - und wir finden immer wieder etwas Neues, was man in dieser Situation machen kann", übt sich Mattias Ekström gegenüber der adrivo Sportpresse in Zweckoptimismus, nachdem er erneut am Einzug in die dritte Session scheiterte.

"Wir waren gut vorbereitet auf trockene Bedingungen. Für nasse Bedingungen hatten wir eine Abstimmung gewählt, die nicht unsere Erwartungen erfüllt hat. Wir waren einfach nicht schnell genug, obwohl mir selbst kein Fehler unterlaufen ist", berichtet Mattias Ekström von den Gründen seines Abschneidens, "Martin und ich hatten ein unterschiedliches Setup - da hatte er das bessere erwischt als ich." Zwar glaubt der DTM-Champion von 2004 für morgen an ein weit besseres Setup - dennoch bleibt er auf eine gelungene Rennstrategie sowie die Kooperation einiger Kollegen angewiesen, um nicht allzu viel seines Meisterschaftsvorsprungs auf Bruno Spengler einzubüßen.

Nachdem sich Timo Scheider schon in Zandvoort und Nürburg als außerordentlicher Teamplayer präsentiert hatte, wäre er in Barcelona auch zu einer dritten Hilfestellung für Ekström bereit. Doch wie diese aussehen soll, weiß der heute Siebtplatzierte bislang nicht. "Mattias muss zunächst leider alleine sehen, wie er sich nach vorne kämpft, zumal auch wir nicht unmittelbar nebeneinander stehen. Wir werden darauf reagieren, wie sich für ihn das Rennen entwickelt", zeigt sich Scheider skeptisch, "ich muss mich nach vorne orientieren, um die Mercedes zu stören. Am Ende werden wir sehen, wie wir Eki helfen." Flucht nach vorne - dieses Motto gilt nicht nur für Mattias Ekström. Auch die HWA-Piloten sind weniger an einer Ekström-Blockade als vielmehr daran interessiert, sich möglichst zahlreich vor Martin Tomczyk zu platzieren.

Selbst Alexandros Margaritis, auf Rang acht aus schwedischer Sicht erster Mercedes, will noch keinen Gedanken an ein Duell mit Ekström verschwenden. "Ich denke an mein Rennen. Ob es eine Rolle spielt, dass Mattias direkt hinter mir steht, muss man im Rennen abwarten. Ich versuche, nach vorne zu schauen", kündigt Margaritis uns gegenüber an, "wenn ich zwei bis drei Plätze am Start gutmache, hat sich dieses Thema ohnehin erledigt." Auch für Margaritis bleibt zu hoffen, dass sich diese Prognose bewahrheitet, präsentierte sich am Nürburgring doch auch der neuntplatzierte Daniel La Rosa vor Ekström liegend - warum auch immer - nicht allzu schnell...

Dass der einen Platz hinter dem Griechen startende Mike Rockenfeller um ein Haar ein einer Ekström-Hilfe erster Güte scheiterte, lässt diesen mit dem Schicksal hadern. "Dadurch, dass ich mit Platz acht Bruno Spengler aus der letzten Session hätte verdrängen können, ist es doppelt ärgerlich, dass mir das nicht gelungen ist", bedauert Rockenfeller, der Ekström morgen umso weniger Steine in den Weg legen will: "Es wird nicht einfach, Mattias nach vorne zu bringen. Aber er steht hinter mir - und wenn er auch nach dem Start hinter mir fährt und schneller ist, werde ich ihn natürlich vorbeilassen."

Auch Tom Kristensen bleibt seiner Linie treu und will sich als Teamplayer präsentieren. "So viel Hilfe wie bei anderen Rennen werde ich ihm wohl nicht leisten können. Ich bin hinter Mattias und muss aufpassen, dass er nicht überholt wird", kündigt der Däne eine Hilfestellung an, in deren Genuss Ekströms Titelkonkurrent nicht kommen wird. Er weiß zwei siegeshungrige Teamkollegen hinter sich...

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