Der Audi-Rückzug war ihnen schnurzpiepegal. Jamie Green und Bruno Spengler freuten sich vorbehaltlos über die Plätze eins und zwei.

Jamie Green war die Erleichterung auf der Pressekonferenz anzumerken. "Ich möchte Norbert Haug, Hans Werner Aufrecht, Hans-Jürgen Mattheis dafür danken, dass sie zu mir gehalten habe", sagte der 25-jährige Engländer, dem auch selbst nicht entgangen ist, dass er sich gerade in einer schwierigen Phase seiner Karriere befindet. "Natürlich haben alle von mir erwartet, dass ich als Formel 3-Champion auch hier stark fahre. Doch trotz guter Ansätze fehlte mir die Konstanz. Und wenn dann die Ergebnisse nicht kommen, setzt man sich selbst unter Druck. Dann läuft es manchmal schlechter statt besser", sagte Green. "Aber jetzt bin ich glücklich, zurück zu sein."

Dass er überhaupt so lange auf einen Sieg warten musste, veknüpfte der Brite mit der Ausgeglichenheit in der DTM. "Die DTM ist voller Aufs und Abs und das macht sie so unterhaltsam. Im Tourenwagen-Sport gibt es nun mal Berührungen, das akzeptieren wir. Aber es gibt natürlich eine Linie zwischen fair und unfair", sagte Green, der sich auch einen kleinen Seitenhieb auf das Audi-Lager nicht verkneifen konnte: "Ich war auch schon öfter in der Position, in der ich dachte, dass ich das Rennen gewinnen würde, und dann sind dumme Sachen passiert, wofür ich anderen die Schuld gebe. Aber das muss man akzeptieren und es das nächste mal wieder probieren. Heute ist es gut für mich gelaufen, ich hoffe, dass das in Zukunft wieder passiert."

Ebenso unbeeindruckt von dem Audi-Streik war Bruno Spengler, der durch seinen zweiten Platz nur noch zwei Zähler hinter dem Führenden Mattias Ekström liegt. "Es war trotzdem eine harte Saison für uns. Wir hatten immer ein schnelles Auto und mein Team hat einen super Job gemacht, aber wir sind nicht immer dafür belohnt worden, insofern bin ich heute sehr zufrieden", sagte Spengler. Nun möchte er in Hockenheim seine Chance wahrnehmen und seinen ersten DTM-Titel holen. "Ich hoffe, dass sehr viele Zuschauer kommen werden, weil wir da einen Super-Abschluss haben werden."

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