Trotz seines Rückstands in der Meisterschaftstabelle glaubt Martin Tomczyk, in Hockenheim noch einige Asse im Ärmel zu haben...

Für Martin Tomczyk gleicht sein erster Kampf um die DTM-Krone einer Achterbahnfahrt. Auf die Übernahme der Meisterschaftsführung in der ersten Saisonhälfte folgte der Rückschlag bis auf Gesamtrang. Wieder angekommen auf Platz zwei in Schlagdistanz zu Tabellenführer Mattias Ekström griff der Bayer in Barcelona nach der Gesamtführung - und fiel nach dem viel diskutierten Crash mit Mika Häkkinen wieder auf Platz drei zurück. In Hockenheim muss Tomczyk für den Gewinn seines ersten Titels somit das Kunststück gelingen, vier Punkte besser als Ekström und zwei Zähler besser als Bruno Spengler abzuschneiden...

Der Austragungsort des Showdowns kommt ihm dabei durchaus zu Gute: Anders als Teamkollege Ekström läuft Tomczyk beim Mercedes-Heimspiel traditionell zur Höchstform auf - in der Vergangenheit selbst dann, wenn es um seine Ergebnisse auf anderen Kursen weniger gut bestellt war. Doch der 25-Jährige glaubt, gegenüber dem Schweden, der sich zuletzt im Qualifying vermehrt Patzer leistete, weitere Asse im Ärmel zu haben. "Momentan habe ich einen Lauf; das Team um mich herum ist sehr motiviert und mir fällt es leicht, gemeinsam mit einem Renningenieur eine gute Abstimmung zu finden", erklärt Tomczyk gegenüber der adrivo Sportpresse die Gründe seiner Pole- und Siegesserie.

Und obwohl Tomczyk in seiner siebenjährigen DTM-Karriere erstmals unmittelbar in den Titelkampf involviert ist, ist er sicher, den Erwartungshaltungen weiterhin standhalten zu können: "Ich mache mir wenig Druck; ich fahre auch die Rennen im Titelendspurt so wie jedes andere. Das hat sich bisher ausgezahlt. Ich habe einfach Spaß am Fahren." Nach den Erlebnissen von Barcelona dürfte Tomczyk zwar durchaus Befürchtungen hegen, was die Fairness im Kampf gegen die Mercedes-Piloten angeht.

Im teaminternen Titelduell gegen Ekström sieht er hingegen nicht die Gefahr eines Fauxpas. "Klar ist, dass man Egoist ist, wenn wir uns in Hockenheim auf der Strecke begegnen werden", gesteht der Rosenheimer, vertraut jedoch auf die Ergebnisse einer jahrelangen Zusammenarbeit und einer engen Freundschaft mit Ekström: "Wir werden im harten, aber auf jeden Fall fairen Rahmen fahren. Es dürfte ein sehr abgeklärter Kampf werden, denn wir kennen uns auf der Strecke in- und auswendig. Wir wissen exakt, wie der andere in bestimmten Situationen agiert."

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