ITR-Chef Hans Werner Aufrecht analysiert den spanischen Eklat aus seiner Sicht - und schaltet sich in die Diskussion um eine zu milde Rennleitung ein.

Schon in Zandvoort war Hans Werner Aufrecht nicht mit allen Szenen glücklich gewesen. Doch was der ITR-Chef beim Titelendspurt in Barcelona mitverfolgen musste, kostete auch ihn den letzten Nerv: Nachdem sich die Spannungen zwischen Audi und Mercedes auf dem Nürburgring allmählich wieder zu legen schienen, kam der Vulkan nach einem kurzem Lava-Spucken in den Niederlanden erst jetzt wirklich zum Ausbruch:

"Was heute passiert ist, geschieht nur dann, wenn eine solche Polarisierung zwischen zwei Herstellern passiert wie hier. Zwischen zwei Premiumherstellern, für die der Gewinn des DTM-Titels eine unglaublich hohe Priorität hat. Das ist das Ergebnis der Dramaturgie", analysiert Aufrecht gegenüber der adrivo Sportpresse die Gründe der heutigen Negativschlagzeilen, "deshalb kann ich nachvollziehen, dass Spannungen entstehen." Schon nach dem Qualifying seien diese Spannungen spürbar gewesen, erinnert sich Aufrecht - bevor schlimmste Befürchtungen übertroffen wurden.

In die Diskussionen um ein zu mildes Vorgehen der Rennleitung bei der Bewertung umstrittener Zweikämpfe schaltet sich nun auch der ITR-Chef höchstpersönlich ein. Er mahnt von Sportkommissaren und Rennleiter klare Vorgaben an die Fahrer an, die oftmals die - zu große? - Dialogbereitschaft der Rennleitung gelobt hatten: "Wir wollen spannende Rennen sehen - das ist heute passiert. Aber wir alle sind für fairen Motorsport. Es ist Zeit, den Fahrern klar zu sagen, wie gemäß den Regularien überholt werden kann - und diese Frage nicht in der Schwebe zu lassen." Ein Schwebezustand, der aus Aufrechts Sicht zurzeit gang und gäbe sei - und schleunigst verlassen werden müsse: "Es muss klar formuliert werden, wie sich die Fahrer verhalten müssen. Man tut den Fahrern einen großen Gefallen, wenn man ihnen sagt, was richtig ist und was falsch."

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