Die Startaufstellung scheint wie zuletzt in Zandvoort eindeutig - und doch sieht Manuel Reuter die Ingolstädter Pole-Inhaber nicht als klare Favoriten.

"Ich habe nicht damit gerechnet, das die ersten drei Startplätze von Audi belegt werden - auch wenn es verdammt eng zugegangen ist", muss selbst adrivo.com DTM-Experte Manuel Reuter mit Blick auf das Qualifying gestehen. Nach den undurchsichtigen Testsessions, aus denen Audi im Trockenen nur knapp als Sieger hervorging, schienen selbst die Ingolstädter über ihr eigenes Ergebnis zumindest nicht unüberrascht. Was aus Audi-Sicht folgen soll, ist der erste Nürburgring-Sieg seit 2005 - nachdem man damals von einem Fehler Gary Paffetts profitierte, diesmal möglichst aus eigener Kraft.

Doch mit Blick auf das Rennen glaubt Reuter trotz der vermeintlich eindeutigen Startaufstellung an eine Trendwende. "Zwar ging es heute Morgen im Warm-up sehr ausgeglichen zu. Aber wenn wir uns die Long Runs vom Freitag anschauen, war Mercedes sehr gut aufgestellt. Deshalb glaube ich, dass das Pendel im Rennen eher in Richtung Mercedes ausschlagen könnte", bekräftigt der frühere Opel-Pilot insbesondere Bruno Spenglers Ansicht, trotz Startplatz vier ein Wort um den Sieg mitreden zu können.

Auf Mattias Ekström sieht Manuel Reuter nach dem missglückten Qualifying ein hartes Stück Arbeit zukommen: "Sicherlich wird es Audi gelingen, Mattias noch in die Punkte zu bringen, doch die sechs Mercedes vor ihm werden sehr konkurrenzfähig sein." Das Podest ins Visier zu nehmen, dürfte für den Schweden allerdings weniger realistisch sein - was Reuter im Sinne der Fans nicht als schlechtesten Umstand empfindet: "Im Interesse der Spannung in der Meisterschaft wäre natürlich zu hoffen, dass Bruno und Martin weit vorne ankommen und Mattias nur wenige oder gar keine Punkte sammelt. Dann würde die Spitze der Tabelle wieder ganz eng zusammenrücken."

Der Punktejagd des DTM-Champions von 2004 könnten auch allzu hitzige Zweikämpfe mit Mercedes-Piloten im Wege stehen, glaubt Reuter doch, nach Zandvoort noch keine versöhnlichen Stimmen vernommen zu haben. "Das Zandvoort-Rennen, bei dem Audi relativ hart agiert hat, ist weiterhin in den Köpfen der Akteure und wird sicher auch hier für Würze sorgen", glaubt der ITC-Champion von 1996, "Ich glaube nicht, das sich die Stimmung zwischen Audi und Mercedes entspannt hat - die beiden Lager bleiben bei ihren Auffassungen. Der Vorfall Scheider/Spengler war zu viel des Guten, ebenso wie Schneiders Verhalten im Kampf mit Kristensen nicht richtig war."

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