Aus Sicht Mika Häkkinens geht es auf dem Nürburgring um alles oder nichts: Trotz improvisierter Testarbeit muss für den Titelgewinn ein weiterer Sieg her.

"Solange ich theoretische Chancen auf die Meisterschaft habe, werde ich weiterkämpfen. Aber wenn man realistisch ist, muss man sagen, dass ich dieses Rennen gewinnen muss, um meine Chancen zu behalten", kommentiert Mika Häkkinen drei Rennen vor Saisonende seine Meisterschaftschancen, die mit 16 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Mattias Ekström nicht überragend, aber intakt sind. Dass auf dem Weg zum Pflichtsieg ein eher chaotischer Testfreitag folgte, kam so eher ungelegen:

"Es war ein schwieriger Start ins Wochenende. Das Wetter hat allem ihr Testprogramm zerstört. Damit mussten wir leben. Wir haben das Auto mit Rennabstimmung getestet, aber auch am Qualifying-Setup", berichtet Häkkinen von den heute nötigen Improvisationskünsten, "die Arbeit im Quali-Setup haben wir vorgezogen, falls es morgen früh erneut regnet und uns deshalb keine Zeit bliebe." Entschädigung für die unangenehmen Wetterverhältnisse war eine erneute Demonstration der Regenqualitäten der aktuellen C-Klasse, mit der schon ihre Vorgänger beindruckten: "Die Tests unter nassen Bedingungen liefen sehr gut; ich bin Zweiter geworden; im Trockenen haben wir verschiedene Setup-Varianten ausprobiert."

Ebenfalls für Genugtuung bei dem zweifachen Formel-1-Weltmeister jene erfolgreiche Arbeit, die in der Sommerpause zwei seiner Teamkollegen erbrachten: "Ich bin sehr glücklich mit dem Testprogramm, das das Team mit Jamie Green und Bruno Spengler vor vier Woche in der Lausitz absolviert hat. Morgen wird sich herausstellen, wie viele Früchte das trägt." Das Potenzial der 2007er-C-Klasse auch im Trockenen deuteten ausgerechnet die Lausitz-Tester selbst an: So eroberten Green und Spengler am Nachmittag die Ränge drei und vier - trotz bestehenden Gewichtsnachteils nur noch ein Wimpernschlag hinter den am Zandvoorter Testfreitag so dominanten Audi-Neuwagen...

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