Die Rennleitung muss einen Kurswechsel vollziehen: So lautet Mika Häkkinens Forderung unter dem Eindruck einer turbulenten Saison.

Mika Häkkinen präsentiert sich als Ruhepol der schillernden Motorsportwelt - elf Jahre lang in der Formel 1, seit 2005 in der DTM. Unbedachte oder unsachliche Äußerungen sind von Häkkinen nicht überliefert; auf dem Asphalt ist er von den Gegnern ebenso gefürchtet wie für seine faire Fahrweise geschätzt. Mika Häkkinen vermeidet es anzuecken, ohne dabei die Ausdruckslosigkeit seines F1-Nachfolgers Kimi Räikkönen zu versprühen. So passt es ganz zum Stil des Finnen, dass er sich in Zandvoort nicht an den Verbalschlachten aus hitzigen Affekt-Statements beteiligt - um sich wohlüberlegt und in gewohnter Ruhe seine Meinung darzulegen.

"Die Rennleitung müsste insgesamt eine klarere Linie haben und sagen: So läuft es - und nicht anders. Es darf keine verschiedenen Auslegungen von Reglementspassagen geben", verrät Häkkinen gegenüber der adrivo Sportpresse seinen Standpunkt. Aus Sicht des dreifachen DTM-Rennsiegers hat insbesondere das viel diskutierte Zandvoort-Rennen Schwächen offengelegt, missfiel doch auch Häkkinen, dass umstrittene Zweikampfmanöver in den Niederlanden unbestraft blieben: "Im Sinne des Sports und der DTM-Gemeinde war das kein konstruktives Rennen. Zandvoort hat erneut gezeigt, dass die Rennleitung in ihren Entscheidungen stärker werden und härter gegen Fehlverhalten vorgehen muss."

Damit die DTM auch weiterhin tollen Sport bieten könne, drängt Mika Häkkinen auf eine Lösung der aktuellen Unstimmigkeiten - und zieht mit Blick auf Zandvoort einen prägnanten Vergleich: "In Mugello habe ich nach meinem Sieg bei 30 km/h meinen Helm auf der Auslaufrunde abgenommen - und habe zwei Wochen später eine Strafe dafür bekommen. Da frage ich mich: Wo liegen die Prioritäten?"

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