Der Rückzug der verbliebenen Fahrzeuge aus dem Rennen sah Dr. Wolfgang Ullrich als Signal an Mercedes - und glaubt nicht an nachhaltige Schäden für die DTM.

An einen weiteren der zahlreichen Ausfälle glaubte man zunächst, als Alexandre Prémat acht Runden vor Schluss die Boxen ansteuerte und in ihnen verschwand. Doch als zunächst Markus Winkelhock, dann Audi für Audi folgte, wurde im Sekundentakt immer deutlicher: Ein zynisch gestikulierender Mattias Ekström, ein erzürnt schimpfender Hans-Jürgen Abt, ein später fassungslos beisammen stehendes Trio aus Ekström, Martin Tomczyk und Timo Scheider waren nicht die einzigen Reaktionen auf ein Rennen, das sich Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich in vielerlei Hinsicht anders vorgestellt hätte.

"Wir waren auf den Plätzen eins und zwei in der Meisterschaft - und schon im ersten Renndrittel kam es dazu, dass unsere um die Meisterschaft kämpfenden Jungs mit aus meiner Sicht nicht fairen Methoden von der Strecke gefahren wurden. So konnten sie das Rennen nicht fortsetzen", verweist der Audi-Sportchef im Anschluss an die Pressekonferenz auf das frühe Aus seiner beiden Titelkandidaten. Nachdem Mattias Ekström infolge der Kollision mit Daniel La Rosa sein Fahrzeug sofort in den Boxen abstellen musste, schied Martin Tomczyk mit einem Defekt des Kühlers aus - den Audi auf die Karambolage mit Mika Häkkinen zurückführt.

Auf seiner Aufholjagd sah Ullrich Tomczyk im Kampf gegen Mathias Lauda ein weiteres Mal in unnötigen Lackaustausch verwickelt, bevor auch Timo Scheider und Mike Rockenfeller in aus Audi-Sicht unsportlich ausgeführte Zweikämpfe verwickelt waren: "Im Anschluss sind weitere recht aggressive Aktionen gelaufen - so habe ich acht Runden vor Schluss die Entscheidung getroffen, meine Autos aus dem Rennen zu nehmen. So wollte ich das Zeichen setzen, dass wir uns fairen Motorsport anders vorstellen." Ein Zeichen, das die Zuschauer auf den Tribünen nicht nur mit Begeisterung quittierten. Doch trotz der heutigen Negativschlagzeilen glaubt der Österreicher nicht an nachhaltige Folgen für die Serie:

"Ich glaube nicht, dass das ein Schaden für die DTM ist. Es war keine einfache Entscheidung, aber es gab zu viele Aktionen, die nicht dem sonstigen Niveau des Tourenwagensports in der DTM entsprachen. Mit der Art und Weise, wie mit uns umgegangen wurde, konnte ich mich nicht identizifieren", betont Dr. Wolfgang Ullrich, der bereits zuvor versuchte zu beruhigen: "Wir haben über das heutige Rennen geredet - das hat nichts mit 2008 zu tun. 2008 wollen wir Rennen wie diese vermeiden. Wir werden uns nach diesem Jahr wie gewohnt zusammensetzen, um mögliche reglementarische Änderungen zu besprechen."

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