Drei Audi auf den ersten drei Plätzen, sechs Mercedes in den Top-9. Die Statistiken sind gut - doch perfekt ist keine von ihnen.

Gerne wird von einem perfekten Qualifying gesprochen - die Plätze 1, 2, 3 für Audi schreien geradezu danach. Doch Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich wollte den Begriff "perfekt" trotzdem nicht in den Mund nehmen. "Die Tendenz ist generell sehr positiv", sagte er nach dem Qualifying. "Drei Autos vorne zu haben, ist kaum zu übertreffen." Doch einen Wermutstropfen gibt es: der Meisterschaftsführende Mattias Ekström steht nur auf Position 10 - er fehlt im Spitzentrio zum perfekten Ergebnis.

"Natürlich hätten wir gerne auch Mattias vorne dabei gehabt, aber wie wir wissen: Wenn in der DTM nicht alles zusammenpasst, ist es gleich passiert", so Ullrich, der nun auf eine Aufholjagd des Schweden setzt. "Das ist sicher keine einfache Aufgabe mit Blick auf die sechs Mercedes vor ihm, aber wir wissen, dass Mattias die Fähigkeiten hat, aus dieser Position das Beste zu machen."

Mit dieser Devise ging auch Mercedes ins Qualifying. "Heute war die Pole drin", betont Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Bruno hatte einen kleinen Fehler im ersten Sektor drin. Er hat durch ein stehendes Rad etwas Zeit verloren." Ansonsten hätte es für ihn vielleicht zur perfekten Runde gereicht. "Angesichts unseres Gewichtshandicaps von mindestens zwei Zehnteln haben wir uns wacker geschlagen." 5 Mercedes unter den Top-8 sind der Beleg dafür. Perfekt ist das natürlich nicht. "Wir haben 6 Autos zwischen Platz 4 und 9 - wenn wir das auf den ersten sechs Positionen hätten, wäre es perfekt", so Haug.

Was nun im Rennen möglich ist, weiß Haug natürlich noch nicht. "Wir haben eine sehr gute Ausgangsbasis für das Rennen. Unter den Top-14 sind 9 Mercedes - wir sind also wesentlich stärker aufgestellt. Schauen wir, was wir daraus machen können." Die Long Runs am Freitag waren jedenfalls zufrieden stellend. "Die 10 Kilo Mehrgewicht machen nicht alles unmöglich, wir haben im Vorjahr oft mit Zusatzgewicht gewonnen." Auch der Rückstand in der Meisterschaft sei nicht zu groß. "Normalerweise schaukelt man so einen Vorsprung nach hause, aber ich habe auch schon andere Dinge erlebt."

Daran möchte Ullrich noch nicht denken. Er bleibt mit seinen Gedanken erst einmal beim Nürburgring. "Wir sind sowohl im Regen als auch im Trockenen mit dieser Strecke sehr gut zurechtgekommen", gibt er sich angesichts der Wetterkapriolen gelassen. "Das Wetter sollte nicht Ausschlag gebend sein." Warum die Audi-Jahreswagen so schwach platziert sind, kann Ullrich noch nicht erklären. "Ich habe mir wesentlich mehr erwartet, gerade auch angesichts der freien Trainings. Wir müssen uns noch zusammensetzen und die Gründe analysieren." Es war eben nicht alles perfekt.

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