Die Pole Position der Konkurrenz konnte man bei Mercedes verkraften - bilden sechs Mercedes in den Top 8 doch beste Chancen auf eine vertagte Titelentscheidung.

Nur mit gedämpfter Euphorie waren die Stuttgarter 2006 ins Rennen gegangen: Ihre Dreifach-Führung im Qualifying hatte die Ingolstädter Konkurrenz auch in die erste Kurve retten können, nur mit Mühe gelang es Titelkandidat Bernd Schneider, am Ende Rang zwei einzufahren. Eine Platzierung, die Mercedes dank Mika Häkkinen heute schon am Samstag belegt - und auch sonst ist die Abwehrleistung der HWA-Mannschaft im Kampf gegen die vorzeitigen Audi-Titel bislang überzeugend...

Die Fahrer: Was sich bereits in Zandvoort und Nürburg zeigte, schien sich gestern zu bestätigen: Bruno Spengler dominiert das HWA-Quartett. Nach drei Testbestzeiten musste es vor dem Qualifying erst zu Wolkenbrüchen zu kommen, bis sich die vier Neuwagenpiloten wieder auf einer Augenhöhe präsentierten. Munter wechselten sie sich in der teaminternen Rangfolge ab - mit dem besten Ende für Mika Häkkinen. "Ich war sicher, dass ich sehr gute Chancen habe, wenn es regnet. Im Trockenen wäre ich wohl nicht in einer so guten Position gewesen", gestand der vor Spengler zweitplatzierte Finne nach einem durchwachsenen Testfreitag.

"Positiv war, dass meine Zeiten sehr konkurrenzfähig waren, aber es ist frustrierend, dass ich meine beste Zeit nicht in der letzten Session gefahren bin", bilanzierte Jamie Green nach einem fünften Startplatz - dicht gefolgt von einem weiteren Briten. So durfte Gary Paffett, zwei Plätze vor seinem ebenfalls überzeugenden Teamkollegen Alexandros Margaritis stehend, zufrieden berichten: "Der Regen hat keine allzu große Umstellung bedeutet, obwohl ich hier im Gegensatz zu den meisten Kollegen zum ersten Mal im Nassen gefahren bin..."

Die Neuwagen: "Audi war auf den ersten Runden am schnellsten, wir haben uns mit der Zahl der Runden verbessert", erklärt Sportchef Norbert Haug, wieso am Ende sechs Mercedes in die letzte Session einzogen. Hatten die Stuttgarter im vergangen Jahr auf abtrocknender Strecke im Kampf gegen Audi noch den Kürzeren gezogen, so präsentiert sich die aktuelle C-Klasse nun bei Übergangsbedingungen ebenso überzeugend wie im Regen. "Gestern war Bruno Spengler auf seinen Long Runs eine halbe Sekunde schneller als wir. Das zeigt, dass trotz allem eine Lücke zwischen den Jahrgängen besteht", glaubt Gary Paffett den 2007er-Mercedes auch im Kampf der Generation deutlich im Vorteil.

Mücke & Persson: Deutlich im Vorteil wusste sich auch das Persson-Team unter regnerischen Bedingungen verglichen mit den Kollegen von Mücke. Während man bei Persson die im vergangenen Jahr hinreichend bewiesene Regen-Performance der 2006er-Boliden ausspielte, wusste man das Potenzial bei Mücke nicht auszuschöpfen. "Es ist bekannt, dass wir im Regen nicht gerade stark sind. Das hat sich mit Platz 14 bewahrheitet", berichtete Daniel La Rosa frustriert, den es immerhin noch besser traf als seinen Teamkollegen Mathias Lauda. Das gleiche Bild in 2005er-Reihen: Mücke-Pilotin Susie Stoddart fehlten am Ende fast eine halbe Sekunde auf ihren Persson-Kollegen Paul Di Resta: "Ich habe alles versucht, aber ich kämpfte die ganze Zeit mit schlechter Traktion."

Der Sonntag: "Natürlich hätte es besser laufen können, aber von Platz fünf sollte noch ein gutes Rennen möglich sein", gibt Jamie Green die Hoffnung nicht auf. Auch Bernd Schneider Mika Häkkinen wollen am Sonntag um den Sieg kämpfen, ohne dabei Bruno Spengler freiwillig passieren zu lassen. "Um das Rennen zu gewinnen, braucht Bruno erst einmal keine Hilfe. Das kann er alleine schaffen. Wichtig ist darüber hinaus, dass noch der eine oder andere Fahrer von uns vor Martin Tomczyk und vor allem vor Mattias Ekström ins Ziel kommt", gibt HWA-Technikchef Gerhard Ungar die Richtung für den weiteren Abwehrkampf vor.

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