Tomczyk auf Pole, Spengler auf Rang drei - Ekström auf Platz 10: Das zeitweise regnerische Qualifying verspricht Spannung für Rennen und Titelkampf.

Ein verregneter Beginn des Qualifyings, eine später immer trockener werdende Strecke, ein strahlender Sieger namens Martin Tomczyk: Das Qualifying zum neunten DTM-Saisonlauf auf dem Circuit de Catalunya hatte viel mit dem spanischen Zeitfahren des vergangenen Jahres gemein. Auch Parallelen zum Nürburgring-Qualifying ergeben sich: Erneut startet Mattias Ekström morgen nur von Platz zehn - hinter einer stark besetzten Mercedes-Armada.

Session 1 - Setups improvisiert

Von beharrlichem Nieselregen und feuchtem Asphalt war bereits die erste Session des Qualifyings geprägt: Ohne während der Testsessions Vorarbeit in Sachen Regen-Setup geleistet zu haben, gingen die 20 DTM-Boliden mit eher provisorischen Abstimmungsvarianten auf die Strecke. Zwar hielt sich die Zahl der Ausflüge neben die Strecke in Grenzen, ans Limit tasteten sich die Piloten allerdings bewusst langsam heran - von Martin Tomczyk abgesehen. Früh eroberte der Meisterschaftszweite die Spitze der Zeitenliste und verbesserte später die eigene Bestmarke, während Teamkollege Mattias Ekström nicht über das Mittelfeld hinauskam.

Entgegen den gestrigen Tendenzen setzte sich an der Spitze eine geschlossene Neuwagengruppe fest: Auf Tomczyk folgten Timo Scheider, trotz eines Ausrutschers Bernd Schneider, die übrigen drei HWA-Mercedes sowie Tom Kristensen. Erst auf Rang acht schloss sich mit Gary Paffett der schnellste Jahreswagenpilot vor Teamkollege Alexandros Margaritis an - für den Briten durchaus ein Erfolg, nachdem er gestern defektbedingt einige Testzeit verloren hatte. Zu den Verlierern der ersten Session zählten das Alexandre Prémat, Markus Winkelhock, Lucas Luhr, Susie Stoddart, Mathias Lauda und die 2006 bei gleichen Barcelona-Bedingungen noch 14.-platzierte Vanina Ickx, die ihren Arbeitstag beenden mussten.

Session 2 - Rückschlag für Ekström

Ähnlich wie im Vorjahr änderten sich die Streckenbedingungen nun rapide: Nachdem der Regen aufgehört hatte, wurde die Strecke schnell sichtlich trockener - 2006 für Audi ein entscheidender Vorteil. Auch diesmal verdrängte Vorjahres-Pole-Inhaber Tomczyk zunächst Bernd Schneider und Mika Häkkinen von der Spitze, bevor er einen erfolgreichen Revancheversuch des Saarländers konterte. Das Wechselspiel zwischen Tomczyk und diversen Mercedes-Piloten setzte sich auf dem immer schneller werdenden Kurs fort, während Ekström, Tom Kristensen und später auch Häkkinen sichtliche Schwierigkeiten plagten.

Bei fast trockener Ideallinie mit immer heißer werdenden Regenreifen kämpfend misslang der letzte Konterversuch Mattias Ekströms, der sich wie schon auf dem Nürburgring mit Rang zehn begnügen musste - eine Position vor Kristensen. Lediglich Mika Häkkinen rettete sich im letzten Moment in die letzte Session, verdrängte damit jedoch ausgerechnet Bruno Spengler auf den wackeligen achten Rang. Am Ende nahm die Zitterpartie für den Kanadier ein gutes Ende. Mit einer Bestzeit Jamie Greens, dem gesamten HWA-Quartett sowie dem Persson-Duo aus Paffett und Margaritis durften die Stuttgarter zuversichtlich in die letzte Session gehen. Auf den Positionen zwölf bis 14 landeten Paul Di Resta, Christian Abt und Daniel La Rosa.

Session 3 - Tomczyk dominiert

Trotz der Mercedes-Übermacht hielt Martin Tomczyk auch in der letzten Session erfolgreich die Audi-Flaggen hoch: Von Beginn an setzte sich der Bayer an die Spitze und wusste die Angriffe der HWA-Piloten abzuwehren. Während Tomczyk mit mehreren Zehntelsekunden Vorsprung ungefährdet an der Spitze weilte, machten das HWA-Fahrer die folgenden Positionen unter sich aus. Hatte sich Häkkinen während des gestrigen Tests durch die neue Schikane immer wieder aus dem Rhythmus bringen lassen, so hielt er sich nun souverän auf Rang zwei - vor Bruno Spengler und Bernd Schneider.

Auch die Fahrzeuge auf den folgenden Plätzen dürfte die Freude der Ingolstädter über Tomczyks überlegen eingefahrene Pole Position trüben: So folgte auf den Plätzen fünf und sechs ein britisches Doppel aus Jamie Green und Gary Paffett, an die sich erst auf Rang sieben ein vergeblich kämpfender Timo Scheider anschloss. Auf Rang acht wird morgen Alexandros Margaritis der erste Mercedes sein, den es für Mattias Ekström zu überholen gilt...

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