Sportchefs und Mercedes-Piloten äußern sich zu einem umstrittenen Barcelona-Rennen - mit höchst unterschiedlichen Gefühlen...

Jamie Green (HWA-Mercedes):
Endlich gewonnen, ich freue mich riesig. Nach sechs Pole Positions und fünf schnellsten Runden in 29 Rennen ohne Sieg habe ich kaum noch dran geglaubt und der Druck war ziemlich groß. Doch heute hatte ich keine Probleme und konnte mich aus allem heraus halten. Ich hoffe, dass jetzt der Knoten geplatzt ist und ich öfter ganz oben auf dem Podium stehe. Danke an die HWA-Mannschaft und Norbert Haug, die immer zu mir gehalten haben.

Bruno Spengler (HWA-Mercedes):
Es war kein einfaches Rennen, denn der Streckenbelag war heute rutschiger als am Freitag und Samstagmorgen. Die Gegner haben mir das Leben heute auch nicht leicht gemacht. Aber unser Team hat toll gearbeitet und dafür danke ich allen.

Paul di Resta (Persson-Mercedes):
Ich habe heute alles gegeben, und das gilt auch für unser Team. Anfangs hatten wir ein paar Probleme, aber nach den Boxenstopps lief alles optimal. Ich freue mich über meinen vierten Podiumsplatz in meinem ersten DTM-Jahr.

Alexandros Margaritis (Persson-Mercedes):
Das Rennen lief für mich sehr gut. Nach dem zweiten Boxenstopp war ich Siebter und kämpfte mich auf Rang fünf nach vorn. Die Durchfahrtsstrafe hat mich leider wieder zurück geworfen.

Gary Paffett (Persson-Mercedes):
Mein Auto lief perfekt und hatte einen guten Speed. Die Durchfahrtsstrafen muss ich akzeptieren, dass ich dennoch Fünfter wurde lag an den besonderen Umständen dieses Rennens.

Mathias Lauda (Mücke-Mercedes):
Ich bin froh über die Punkte nach einem harten Rennen. Ich hatte das Problem, dass meine rechte Schuhsohle am Gaspedal kleben blieb, das war ein komisches Gefühl und hat mich irritiert. Den Grund dafür haben wir noch nicht herausgefunden.

Bernd Schneider (HWA-Mercedes):
Das Rennen lief sehr gut für mich und nach dem Unfall vom Martin Tomczyk kämpfte ich aussichtsreich um die Führung. Nach meinem Boxenstopp hatte ich Bremsprobleme, warum, weiß ich noch nicht. Ich bin sehr enttäuscht.

Daniel la Rosa (Mücke-Mercedes):
Mattias Ekström hat mich auf die Wiese gedrückt. Da hatte ich keinen Grip mehr, konnte trotz Vollbremsung auf dem losen Untergrund nicht wirkungsvoll verzögern weder lenken und rutschte zurück auf die Strecke. Dabei habe ich Ekströms Auto getroffen und wir sind beide ausgeschieden.

Mika Häkkinen (HWA-Mercedes):
Ich bin enttäuscht, dass ich so früh ausgefallen bin. Ich war viel schneller und fuhr neben Martin Tomczyk in die erste Kurve. Wir zogen beide nach innen und er hat mich berührt. Es war ein Rennunfall.

Susie Stoddart (Mücke-Mercedes):
Ich bin riesig enttäuscht über mich selbst. Ich bin gut gestartet, dann machte ich diesen dummen Fahrfehler und drehte mich.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Wir wollten heute ein hartes, faires Tourenwagen-Rennen sehen. Doch wir mussten den Eindruck gewinnen, dass die Mercedes-Piloten jede Gelegenheit genutzt haben, unsere Fahrzeuge aus dem Weg zu räumen. Das ist nicht die Art und Weise, wie wir Motorsport betreiben möchten. Wir wollen harte und faire Duelle sehen, aber nicht so etwas wie heute. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, alle unsere Fahrzeuge zurückzuziehen. Das war keine leichte Entscheidung, die uns Punkte und vielleicht sogar den Titel gekostet hat. Doch wir wollten ein klares Zeichen für fairen Motorsport setzen.

Norbert Haug (Mercedes-Benz Motorsportchef):
Ein Rennen mit vielen Emotionen. Jeder sollte sich in aller Ruhe die Videoaufzeichnungen anschauen, sich ein Bild vom gesamten Rennen machen und dann die richtigen Schlüsse ziehen. Mika Häkkinen sowie Bruno Spengler, Bernd Schneider und Jamie Green konnten deutlich schneller fahren als Martin Tomczyk an der Spitze. Mikas Überholversuch war optimistisch, doch die Kollision war vermeidbar, auch wenn ich Martin Tomczyk hierbei nicht kritisieren will. Mattias Ekström hat ein hartes Manöver gegen Daniel la Rosa gefahren und diesen getroffen, Daniel hat gebremst wie man in der Wiederholung der TV-Aufnahmen klar erkennen kann, aber es war kein Platz und auf dem Gras neben der Strecke, in das Daniel gedrängt wurde, war wirkungsvolles Abbremsen unmöglich. Ich persönlich werte den Rückzug unseres Wettbewerbers als nicht richtig. Bezüglich der Strafen gegen Mika und Daniel wird das Team HWA Berufung einlegen, hier gibt es vergleichbare Fälle, die anders beurteilt wurden. Ich hoffe nun auf ein spannendes Finalrennen in Hockenheim und dass die Wogen bis dahin geglättet werden - unsere Kooperation dazu biete ich an.

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