Mattias Ekström sah sich in seiner Fahrweise auch von der Konkurrenz bestätigt - und will die hohen Zandvoort-Wogen glätten.

Bruno Spengler und Timo Scheider, Bernd Schneider und Tom Kristensen, in Erinnerung an 2005 möglicherweise auch Jamie Green und Mattias Ekström, nachdem sich der schwedische Titelkandidat im vorletzten Rennen von Green mutwillig neben die Strecke gedrängt sah: In Reihen der Neuwagenpiloten haben sich ganz spezielle Freundschaften herausgebildet. Doch wie vergiftet sich die Stimmung zwischen HWA-Mercedes und Abt-Audi nach dem Zandvoort-Rennen präsentierte, irritierte auch Mattias Ekström - der sich sogleich der Sportlichkeit seiner Manöver vergewissern wollte.

So blieb Spengler ein viel gefragter Mann: Nachdem Timo Scheider den Kanadier am Mittwoch vor dem Rennen angerufen hatte, um sich für sein Mugello-Startmanöver zu entschuldigen, nahm auch Ekström nach dem Rennen Kontakt mit Spengler auf. Zuvor hatte der Schwede den HWA-Piloten in der letzten Runde überholt. "Als ich mitbekam, wie die Audi-Manöver kommentiert wurden, bin ich zu Bruno gegangen und habe ihm gesagt, dass ich seine Meinung zu meinem Überholmanöver hören will", berichtet Ekström gegenüber der adrivo Sportpresse.

Spengler, aus dessen Sicht keiner der Audi-Piloten auf den Vierfach-Sieg stolz sein solle, musste gestehen: "Mir sagte er, dass mein Manöver fair war. Ich habe die Lücke genutzt, die sich mir bot", fährt der DTM-Champion von 2004 fort, der auch ansonsten nicht nur aus seiner Sicht ein sauberes Rennen zeigte: "Genauso mein Überholmanöver gegen Mika ein paar Runden zuvor: Ich habe ihn einmal ganz leicht berührt, aber auch das war ein faires Manöver."

Auch generell will Ekström leichte Berührungen nicht allzu streng bewertet sehen - und räumt mit den Äußerungen auf, wonach selbst kleinste verlorene Aero-Teile bedeudende Performance-Einbußen bringen. "Mika hing vor meinem Überholmanöver hinter Christian Abt fest, hinter mir versuchte Alexandros Margaritis anzugreifen. Es gab ein wenig Stau - und wenn man da den Gegner ein wenig berührt, kann man vielleicht einen kleinen Flügel verlieren", schildert der Meisterschaftsführende, "aber das ist nicht das Ende der Welt. Im Verhältnis zu dem Zeitverlust, den man bei abbauenden Reifen erlebt, ist so ein verlorenes Teil wie nichts."

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