Zwischen Bruno Spengler und Timo Scheider herrscht nach Zandvoort Funkstille. Eine Funkstille, die er dem Audi-Kommandostand auch beim Thema Teamregie rät...

Besonnen, charmant, diplomatisch - kaum jemand in der DTM-Welt vereint diese drei Attribute so gut wie Bruno Spengler. Gentlemanlike wusste der Kanadier mit seinen zahlreichen Rückschlagen zu Saisonbeginn umzugehen, bevor er sich Schritt für Schritt zurück in den Titelkampf begab. Erst in Zandvoort sah man Spengler ein erstes Mal aus der Haut fahren: Mit einem kurzen Ausflug in die Fäkalsprache kommentierte er vor laufenden Kameras das Verhalten der Ingolstädter Konkurrenz, aus deren Reihen insbesondere Timo Scheider die Nerven des HWA-Piloten überstrapaziert hatte.

"Timo ist mir einfach so lange in das Heck gefahren, bis er irgendwann vorbeikam - so sollte es nicht sein", bleibt Spengler im Gespräch mit der offiziellen DTM-Webseite bei seiner Meinung zum höchst umstrittenen Kampf um den dritten Platz. Auch Scheider, der die Manöver in seiner adrivo.com-Kolumne im Rahmen einer "gesunden Härte" gesehen hatte, scheint bei seiner Position zu bleiben. Hatten die beiden Kampfhähne ihre Begegnung in der Startphase von Mugello noch telefonisch diskutiert, so herrscht diesmal komplette Funkstille: "Wir haben nach dem Rennen nicht geredet. Aus meiner Sicht hätte die Rennleitung eine Strafe verhängen müssen."

Weit weniger Funkstille herrschte, insbesondere was die Stallregie anging, bei Audi teamintern - ein Vorgang, für den Spengler anders als Markenkollege Bernd Schneider ebenfalls kein Verständnis hat. "Meiner Meinung nach soll der Schnellste gewinnen. Es ist schade, wie Audi das in Zandvoort gelöst hat, weil der eigentliche Sieger eben nicht gewonnen hat", bewertet Spengler und glaubt die Funkstille bei Mercedes auch in der Endphase des aktuellen Titelkampfs gesichert. "Oschersleben war ein perfektes Beispiel, wie das bei Mercedes gehandhabt wird. Gary Paffett hat mit einer 2006er-C-Klasse gewonnen, Paul fuhr im 2005er-Modell auf Platz zwei. Mehr muss man dazu nicht sagen", verweist er auf eine ausgebliebene Order zu Gunsten Mika Häkkinens. Zählte sich Bruno Spengler in Österreich 2002 doch noch nicht zum DTM-Fahrerfeld...

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