Eine geschlossene Audi-Front eroberte auch am Testfreitag in Zandvoort jeweils die Spitze - allerdings ohne die beiden Titelanwärter der Ingolstädter.

Verglichen mit dem Mugello-Freitag ist sie zwar etwas gebröckelt - doch die geschlossene Audi-Front an der Spitze hat Bestand. Immerhin drei Audi-Piloten am Vormittag und fünf A4-Fahrer am Nachmittag platzierten sich vor dem jeweils besten Mercedes-Piloten - allen voran Timo Scheider: Der Abt-Pilot, der hier 2003 im Opel Astra Coupé seine erste Pole Position eroberte, legte mit einer Zeit von 1:34.569 Minuten die Messlatte, an die beim zweiten Test bestenfalls Tom Kristensen heranreichte.

Anders als der dänische Vorjahressieger präsentieren sich die beiden Meisterschaftsspeerspitzen Mattias Ekström und Martin Tomczyk bislang außer Form. Auf den Rängen zehn und 15 bzw. 14 und 17 wussten sie den 20 Kilogramm schweren Gewichtsvorteil sowie den auch in Zandvoort so wichtigen aerodynamischen Grip ihres 2007er-Audi noch nicht umzusetzen. "Wir sind schon recht zufrieden, aber Raum für weitere Verbesserungen ist definitiv vorhanden", gestand Ekström, während Tomczyk mit den Streckenbedingungen haderte: "Zandvoort heißt immer auch viel Sand und noch mehr Wind. Das ist natürlich nicht gerade sehr förderlich, um ein gutes Setup herauszufahren."

Viel versprechend zeigt sich hingegen die Performance des im vergangenen Jahr siegreichen Jahreswagens: Keiner der vier Phoenix- und Rosberg-Piloten platzierte sich während der beiden Sessions schlechter als auf Platz zwölf; mit dritten Plätzen im ersten bzw. zweiten Test wussten insbesondere Mike Rockenfeller und Christian Abt zu überzeugen. "Wir haben ein sehr gutes Programm abgespult - über kurze und über lange Distanzen. Das Auto verhielt sich auch auf eine Renndistanz sehr gut", zog Rockenfeller ein positives Fazit, dem sich Rosberg-Kollege Lucas Luhr nur bedingt anschließen konnte: "Die Strecke macht unheimlich viel Spaß. Noch mehr Spaß machen würde mir sie allerdings, wenn ich weiter vorne wäre."

Zu den geschlossenen Audi-Fronten an der Spitze konnte man lediglich bei Futurecom TME nichts beitragen. Während Markus Winkelhock seinen Gebrauchtwagen am Vormittag zwischenzeitlich im Kiesbett platzierte und auch am Nachmittag nicht über Platz 16 hinauskam, traf es Teamkollegin Vanina Ickx noch schlimmer. Beim morgendlichen Versuch, ihre ersten Runden auf dem sandigen Asphalt zu drehen, rutschte die Belgierin gleich nach der Boxenausfahrt in die Reifenstapel der Tarzanbocht. Tarzan-like präsentierte sich auch der Abschleppversuch der niederländischen Streckenposten:

So rissen sie dem 2005er-A4 versehentlich die Frontpartie ab - und sorgten bei Ickx für einen rekordverdächtigen Zeitverlust: Auch am Nachmittag konnte sie nur den Reparaturarbeiten an ihrem Dienstwagen zusehen. "Am Ende mussten wir sogar den Motor wechseln", klagte Ickx und bilanzierte, ohne eine gezeitete Runde gefahren zu sein: "Trotzdem freue ich mich sehr, hier zu fahren..."

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