Seit 2001 wechseln sich Mercedes und Audi in Zandvoort mit dem Siegen ab. In diesem Jahr wären die Stuttgarter wieder an der Reihe...

Es verhält wie so oft auf so genannten "Audi-Strecken": Trotz aller Verweise der Ingolstädter auf ihre siegreiche Zandvoort-Vergangenheit hat auch die Konkurrenz aus Stuttgarter genauso viele Erfolge vorzuweisen. Seit dem Holland-Debüt der DTM im Jahr 2001 gingen die Siege abwechselnd an Mercedes und Audi - was einen Gleichstand von 3:3 in der Siegbilanz ergibt. Zuletzt hatte mit Gary Paffett 2005 ein Mercedes-Pilot in Zandvoort als Erster die Ziellinie überqueren können, obwohl der Kurs schon damals nicht zu den bevorzugten Territorien der Mercedes C-Klasse gehörte: Der 4,307 Kilometer lange Dünenkurs erfordert ebenso wie Mugello ein besonders hohes Maß an aerodynamischem Grip.

HWA

"Mit 20 Kilogramm Gewichtshandicap gegenüber den 07er-Audi müssen wir uns für ein gutes Ergebnis gewaltig anstrengen", dämpft Bernd Schneider die Erwartungen, nachdem er allerdings 2006 mit dem gleichen Gewichtsnachteil - laut Norbert Haug gleichbedeutend mit 0,5 Sekunden Zeitverlust je Runde - nur einen Wimpernschlag hinter Sieger Tom Kristensen gelandet war. Durchaus zuversichtlich dürfen insbesondere der diesjährige Pole-König Bruno Spengler sowie mit bisher zwei Pole Positions Mika Häkkinen sein: Sollten sie sich erneut den ersten Startplatz sichern und einen guten Start hinlegen können, hätten sie auf dem überholfeindlichen Dünenkurs bereits einen großen Schritt in Richtung Sieg getan.

Ebenso wie Mika Häkkinen, der schon vor 19 Jahren in Zandvoort Formel-Rennen gewann, hegt auch Jamie Green gute Erinnerungen an den Kurs: "Zandvoort ist eine anspruchsvolle Strecke mit vielen schnellen Kurven. Ich fahre gerne hier, auch weil ich vor drei Jahren in Zandvoort mit einem Sieg den Meistertitel der Formel 3 Euro Serie gewonnen habe." Mit Blick auf die technischen Voraussetzungen der Mercedes C-Klasse für die Zandvoorter Streckencharakteristik scheiden sich die Geister. "Die Strecke ist Mugello recht ähnlich, Zandvoort ist technisch sehr anspruchsvoll", lässt Mika Häkkinen befürchten, dass Kräftependel wie schon in Italien deutlich zu Gunsten Audis ausschlägt.

Mücke & Persson

Eine Vermutung, die Persson-Pilot Alexandros Margaritis zurückweist: "Es gibt nur zwei wirklich schnelle Kurven, die dem Audi entgegenkommen. Die Mercedes werden dort wieder sehr viel besser sein und weiter vorne mitmischen können." In Jahreswagenreihen blickt man zumindest auf eine gute Qualifying-Bilanz zurück: Während Margaritis im vergangenen Jahr Startplatz neun einfuhr, gelang Mathias Lauda im Gebrauchtwagen gar ein beachtlicher zwölfter Startplatz. "Ich freue mich auf Zandvoort - dieses Jahr sollten wir es besser machen als 2006. Die Platzierung in Mugello ist ein riesiger Motivationsschub", zeigt sich auch Daniel La Rosa nach seinem fünften Platz in Italien angriffslustig.

Während die Jahreswagen weiterhin mit dem maximalen Gewichtsnachteil von 25 Kilogramm gegenüber den 2006er-Audi zu kämpfen haben, präsentiert sich auch der Stuttgarter Gebrauchtwagen mittlerweile wieder 20 Kilogramm schwerer als sein Audi-Pendant. "Diesmal wäre ein Podiumsplatz wie zuletzt in Italien eine tolle Sache", hofft Paul Di Resta, der sich mit seinem dritten Podestplatz im 2005er-Mercedes wie gewohnt auch für die Gewichtszunahme bei Susie Stoddarts Dienstwagen verantwortlich zeichnet: "Mein zehnter Platz vor gut einer Woche in Italien macht mich optimistisch für Zandvoort. Ich fahre gerne hier und ich will wieder in die Top Ten."

Copyright: adrivo Sportpresse GmbH