Mit einer Dominanz, wie sie sonst nur die Konkurrenz in Nürnberg an den Tag legt, haben die Ingolstädter eine neue motorsportliche Heimat gefunden...

Audi hat eine neue Hausstrecke gefunden: Mit einer Dominanz, wie sie in der DTM bislang nur Mercedes immer wieder auf dem Norisring an den Tag legte, entschieden die Ingolstädter das Qualifying beim italienischen Auswärtsspiel für sich. Alle vier Neuwagen präsentierten sich bei sämtlichen Sessions geschlossen auf den ersten vier Rängen - und ließen selbst die bisherigen unangefochtenen Pole-Könige von HWA-Mercedes neidisch werden. Der bei Audi ansonsten beinahe gewohnte Einbruch in der letzten Session blieb aus: Insbesondere für Mattias Ekström bestehen beste Chancen, morgen die Meisterschaftsführung vom elftplatzierten Bernd Schneider zurückzuerobern...

"Wir haben eine extrem starke Teamleistung gezeigt. Unsere Jungs fahren eine sehr ähnliche Pace, da sollten sie sich im Rennen nicht gegenseitig im Weg stehen", bilanziert Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich, nachdem seit 2006 kontinuierlich verbesserte Mannschaftsleistung des Abt-Quartetts heute ihren vorläufigen Höhepunkt fand: Lediglich 267 Tausendstelsekunden - vergleichbar mit einer Zehntelsekunde in Brands Hatch oder Nürnberg - trennten Pole-Inhaber Ekström und den viertplatzierten Timo Scheider.

Für Martin Tomczyk endete das Qualifying dennoch nicht ganz wie gewünscht: Mit beeindruckender Regelmäßigkeit hatte Tomczyk seinen teaminternen Rivalen Ekström zu Beginn jeder Session auf Rang zwei verdrängt und brannte die schnellste Runde des gesamten Qualifyings in den Asphalt. Am Ende musste sich der Bayer dennoch mit Rang drei begnügen: "Ich wollte unbedingt auf die Pole Position. Dann bin ich in der letzten Kurve leicht neben die Strecke geraten und habe die entscheidenden zwei Zehntelsekunden verschenkt."

Auch die älteren A4 DTM wussten ebenso zu überzeugen wie ihre Piloten: Mit Startplatz fünf bewies Alexandre Prémat wie gewohnt seine Klasse, auch Mike Rockenfeller und Christian Abt schafften es in die Top Ten - was im Falle Lucas Luhrs wohl nur eine defekte Servolenkung verhinderte. "Es ist schade, dass es uns nicht gelingt, mit beiden Autos bis ins letzte Segment zu kommen. Das wäre heute möglich gewesen", trauerte auch Rosberg-Teamchef Arno Zensen einem besseren Ergebnis für Luhr nach, der sich auf Rang 14 einen Platz hinter Markus Winkelhock im 2005er-Audi einreihen musste: Doch wenngleich Winkelhock auf Anhieb das beste Ergebnis eines Audi-Gebrauchtwagens in diesem Jahr herausfuhr, hätte der Formel-1-Testpilot noch Potenzial gesehen...

Mit Blick auf das morgige Rennen bereiten Dr. Wolfgang Ullrich nur die Reifen sorgen. "Jetzt müssen wir für morgen nur noch ein Setup finden, mit dem man auf den Runden zwischen den Boxenstopps gut über die Distanz kommt. Doch wenn man in die Position kommt, dass man einen dritten Reifenwechsel braucht, ist das ein Riesenproblem." Tatsächlich? Verliert wie heute der bestplatzierte Mercedes rund neun Zehntelsekunde je Runde auf die Abt-Audi-Spitze, wäre selbst ein zusätzlicher Boxenstopp kein Podesthindernis...

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