Während sich Audi mit optimistischen Zandvoort-Prognosen überbietet, bremst Alex Margaritis die Zuversicht: Er macht in den Dünen nur zwei Audi-Kurven aus.

Die bittere Mugello-Niederlage steckt Audi-Piloten und -Verantwortlichen noch immer in den Knochen - und verleitet zu umso größerer Zuversicht für Zandvoort. "Die Motivation kann auch durch Aggressionen steigen...", fasst Tom Kristensen die Gefühlslage bei Audi uns gegenüber mit einem Augenzwinkern zusammen, "was ich vor Mugello gesagt habe, sage ich auch mit Blick auf Zandvoort: Hier werden wir die Mercedes schlagen, hier sind wir sehr stark." In der Tat gehört der niederländische Dünenkurs seit Jahren zu den bevorzugten DTM-Austragungsorten der Ingolstädter - doch sind die Kräfteverhältnisse von Mugello auf Zandvoort übertragbar?

"Zandvoort wird uns gut liegen; vielleicht so gut, wie uns Mugello lag", verweist auch Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich auf die Ähnlichkeiten der beiden Kurse. Timo Scheider stimmt ein: "Wenn wir nur einen Teil der Performance aus Mugello mit nach Zandvoort nehmen, haben wir schon gute Chancen. Und davon gehe ich aus." Mercedes-Pilot Alexandros Margaritis hingegen bremst die Zuversicht der Konkurrenz - und sieht nicht nur den Wunsch als Vater seiner Gedanken:

"Ich glaube nicht, dass sich Mugello und Zandvoort so sehr ähneln", stellt Margaritis im Gespräch mit uns klar und begründet seine Ansicht: "Der Asphalt ist in Mugello extrem rau und hat extrem viele schnelle Kurven. Zandvoort ist da etwas vielseitiger; der Asphalt ist rutschiger, es gibt auch langsamere Kurven oder Spitzkehren." So trennt den verwinkelten holländischen Kurs auch mit Blick auf die Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 160 km/h einiges von Mugello, wo durchschnittlich rund 20 km/h schneller gefahren wird.

Den Persson-Piloten bringt dies zu einem Fazit, das der allgemeinen Audi-Meinung deutlich widerspricht. "Es gibt nur zwei wirklich schnelle Kurven, die dem Audi entgegenkommen. Die Mercedes werden dort wieder sehr viel besser sein und weiter vorne mitmischen können", kündigt Alexandros Margaritis an, der nach Platz neun im letztjährigen Qualifying gute Erinnerungen an den Kurs hat. Diese hegt auch Teamkollege Gary Paffett: War es doch der Brite, der 2005 mit einem Zandvoort-Sieg im HWA-Mercedes die großen Audi-Hoffnungen unerfüllt bleiben ließ...

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