Timo Scheider fügte sich den Titelansprüchen der Ingolstädter - und gab seinen ersten Podestplatz aus der Hand. In Richtung Stuttgart schießt er zurück.

Und wieder verlängert sich die seit 2000 währende Wartezeit auf den ersten Podestplatz seiner Karriere: Hatte Timo Scheider seine Zandvoort-Pole von 2003 zumindest in einige Führungsrunden umsetzen können, so musste sich Scheider heute bereits vor der ersten Kurve Mattias Ekström geschlagen geben müssen. Eine eher durchschnittlich gute Rennstrategie hatte Scheider zwar dazu verholfen, zumindest im Kampf gegen Ekström vorübergehend die Nase vorn zu behalten, der seinerseits einen missglückten Boxenstopp zu beklagen hatte. Am Ende jedoch musste Scheider dem schwedischen Titelanwärter den hart erkämpften dritten Platz überlassen:

"Es wäre gelogen zu sagen, dass ich nicht enttäuscht. Ich bin enttäuscht, nicht aufs Podest gekommen zu sein", konstatiert Scheider im Gespräch mit uns, fügt sich jedoch dem Teamplay, "aber im Sinne von Audi musste diese Entscheidung getroffen werden - dem füge ich mich. Wenn ich am Ende des Jahres behaupten kann, mit zum Titelgewinn für Mattias und Audi beigetragen zu haben, kann ich darauf stolz sein." Gründe, "stolz" auf die heutige Leistung zu sein, hatte ihm Bruno Spengler zuvor abgesprochen, nachdem sich der Kanadier im Kampf um Platz drei in übertriebener Härte von Scheider attackiert sah.

Eine Äußerung des HWA-Piloten, die Scheider nur mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis nimmt: "Ich hatte die Möglichkeit, Bruno in der Hugenholtz-Bucht zu überholen. Die Diskussionen über dieses Manöver kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man so nicht überholen darf, ist man falsch im Sport." In Anspielung auf das Duell Schneider gegen Kristensen dreht Timo Scheider den Spieß gar um: "Es gab andere Situation im Rennen, in denen Mercedes sehr viel härter gegen Audi vorgegangen ist als ich gegen Bruno."

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