Über das vordere Mittelfeld kamen die Stuttgarter in Zandvoort bisher nicht hinaus - und dennoch gaben einige Piloten Hoffnung.

Um rund eine Sekunde hatte sich am Nachmittag die beste HWA-Zeit verglichen mit dem ersten Test verbessert - und doch wurde der Rückstand auf Spitzenreiter Timo Scheider nicht geringer. Sowohl auf der allzu sandigen Rutschpiste am Vormittag als auch bei besseren Streckenbedingungen während des zweiten Tests fehlten den 2007er-Mercedes rund sechs Zehntelsekunden auf Audi. Ein Rückstand, den man in Stuttgart somit nicht nur mit dem Gewichtsnachteil von 20 Kilogramm erklären konnte.

Platzierten sich zunächst immerhin noch drei Neuwagen auf den Rängen vier bis sechs, so mussten sich die HWA-Piloten am Nachmittag gleich einer ganzen Armada an Jahreswagen geschlagen geben - abgesehen von Bruno Spengler. "Für mich war es ein guter Tag. Die Long Runs waren relativ gut", konnte der Kanadier auf den Plätzen vier und sechs noch das positivste Fazit ziehen, während sich Mika Häkkinen nicht entmutigen ließ: "Das Auto war sehr gut ausbalanciert, wir haben alle Chancen. Die Rundenzeiten waren heute nicht allzu relevant." Auch in den Reihen der Jahreswagen zeigte sich ein durchwachsenes Bild: Während sich Daniel La Rosa und Gary Paffett vergleichsweise stark präsentierten, haderten Mathias Lauda und Alexandros Margaritis mit dem Speed.

"Ich bin einfach zu langsam. Der erste Sektor ist sehr gut, aber in den Kurven danach verliere ich sieben Zehntelsekunden", bilanzierte Lauda. Selbst Paffett musste gestehen: "Wie schon in Mugello haben die Audi hier einen kleinen Vorteil, aber damit müssen wir auch diesmal leben." Ebenso wie Paffett hatte auch La Rosa während des Tages einen Aufwärtstrend zu verzeichnen: "Der Morgen war mit Platz elf in Ordnung. Im zweiten Training bin ich auf neuen Reifen gefahren, das Fahrverhalten war sehr neutral. Der Long Run war auch auf Grund von Verkehr etwas durchwachsen - sonst hätte es für Platz drei gereicht."

Und während Susie Stoddart über den ganzen Tag hinweg nicht über das Hinterfeld hinauskam, stemmte Paul Di Resta im 2005er-Mercedes zumindest am Nachmittag gewohnt souverän die Zusatzgewichte, die seinen Dienstwagen um mittlerweile 20 Kilogramm von den 2005er-Audi trennen. Auf Platz fünf präsentierte sich der Brite am Ende als schnellster Mercedes-Pilot des Tages - und nahm vorweg, was La Rosa bereits nach den gewohntermaßen mit Vorsicht zu genießenden Freitagszeiten prophezeite: "Mal schauen, was die anderen noch auspacken - aber auch wir haben noch etwas auszupacken..."

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