Nach drei Bestzeiten in drei Testsessions drehte Timo Scheider auch im Qualifying die schnellste Runde - und darf morgen ein Audi-Pole-Quintett anführen.

2003 hatte Timo Scheider in Zandvoort seine erste Pole Position für Opel errungen - vier Jahre später steht er in den Niederlanden erstmals für Audi auf Startplatz eins. In letzter Minute riss Scheider die Führung des schon aus Mugello bekannten Audi-Quintetts aus allen vier Abt-Audi-Piloten sowie Alexandre Prémat an sich; Bruno Spengler und Paul Di Resta mussten sich als schnellste Mercedes-Piloten mit den Plätzen sechs und sieben begnügen.

Session 1 - Ickx bricht ab

Standesgemäß als jeweils Erster der drei Testsessions eroberte Timo Scheider zunächst die Bestzeit, wurde dann jedoch von Audi-Jahreswagenpilot Alexandre Prémat von der Spitze verdrängt. Erst spät nahmen die drei restlichen Abt-Audi ihre fliegende Runde in Angriff, unterboten mit ihren Zeiten jedoch mit Leichtigkeit die drei HWA-Mercedes von Bruno Spengler, Mika Häkkinen und Jamie Green, die sich zwischenzeitlich in den provisorischen zweiten und dritten Startreihen aufgehalten hatten.

Martin Tomczyk, Mattias Ekström, Tom Kristensen - während der letzten fünf Minuten machten sich die Abt-Audi-Piloten die Bestzeit immer wieder gegenseitig streitig. Ein Audi-Quintett aus Kristensen, Ekström, Tomczyk, Prémat und Scheider führten die Zeitenliste vor Spengler im schnellsten Mercedes an, bevor die erste Session zwei Minuten vor Schluss vorzeitig abgebrochen wurde. Vanina Ickx hatte ihren 2005er-Audi ins Kiesbett manövriert, überschlug sich einmal und machte wie schon am gestrigen Vormittag eine aufwändige Bergung nötig. Ickx blieb unverletzt.

Session 2 - zweite Chance für 19 Piloten

Der wegen der verbliebenen zwei Minuten aus der ersten Session auf zwölf Minuten verlängerte zweite Durchgang zeigte weiteren Hochbetrieb auf der Strecke. Abgesehen von Ickx konnten und durften alle 19 Piloten nach Abbruch der ersten auch an der zweiten Session teilnehmen - und lieferten sich nur zu Beginn einen Schlagabtausch um die Spitze. Auf Bernd Schneiders Bestzeit folgten die erfolgreichen Konterversuche von Seiten Mike Rockenfellers und Spenglers; für den Rest der zweiten Session setzte sich allerdings Alexandre Prémat an die Spitze.

Während Schneider rasch aus den rettenden Top acht geschoben wurde und schließlich auf Platz 14 landete, deutete sich auch für Häkkinen und Green eine Niederlage an. Zu spät gingen die HWA-Piloten auf die Strecke und kamen, teils im Verkehr steckend und teils von Setup-Problemen gehindert, nicht über die Plätze 13 und 18 hinaus. Lediglich Bruno Spengler und Paul Di Resta gelang es, auf den Rängen drei und fünf die Mercedes-Flaggen hochzuhalten. Nur knapp scheiterte Gary Paffett auf Rang neun am Einzug in die letzte Session - nur knapp verteidigte Martin Tomczyk seine Ansprüche auf die Pole Position, nachdem er auf seinem zweiten Satz Reifen mit dem Grip haderte.

Am Ende durften die Ingolstädter dennoch mehr als zufrieden sein: Neben Prémat und dem gesamten Abt-Audi-Quartett schaffte es auch Mike Rockenfeller in die Top 8, während für acht Mercedes-Piloten der Arbeitstag bereits beendet war.

Session 3 - Scheider führt Audi-Quintett an

Im letzten Teil des Qualifyings bestätigte Mattias Ekström seinen schon am Vormittag angedeuteten Aufwärtstrend: Nach einem kurzen Bestzeitintermezzo für Tomczyk verweilte der Schwede lange an der Spitze, gefolgt von Kristensen und Spengler. Für Ekström war die Ruhe der letzten Minuten trügerisch: Wenige Sekunden vor Schluss entriss ihm Tomczyk die Bestzeit, der sie seinerseits nur wenige Sekunden später an Scheider übergeben musste. Während Prémat seine Zeit ebenfalls verbessern konnte, musste sich Kristensen mit Rang fünf anfreunden - und einem wesentlich erfolgreicheren Kontrversuch Mattias Ekströms zusehen:

In letzter Sekunde schob sich der DTM-Champion von 2004 zurück in die erste Reihe, kam jedoch nicht ganz an die Pole-Zeit Timo Scheiders heran. Zum zweiten Mal in Zandvoort, zum ersten Mal jedoch für Audi startet Scheider morgen von der Pole Position. Spengler und Di Resta mussten sich mit den Plätzen sechs und sieben begnügen.

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