Mercedes scheint aus dem Siegkampf ausgeschlossen. Lediglich die Reifenproblematik muss Audi aus Sicht Manuel Reuters auf dem Weg zum Triumph bezwingen...

Audi gegen Mercedes, Mercedes gegen Audi: Das übliche Herstellerduell um den Sieg scheint ähnlich wie auf dem Norisring außer Kraft gesetzt. Mit welchem Fahrzeug der Mugello-Sieger als Erster über die Ziellinie fahren wird, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schon jetzt klar - wie auch adrivo.com DTM-Experte Manuel Reuter bestätigt. "Es sieht schon sehr nach einer reinen Audi-Angelegenheit aus. Wenn der Norisring eine Mercedes-Strecke ist, ist Mugello momentan eine Audi-Strecke", bringt es Reuter auf den Punkt und nennt die Gründe: "Mugello kommt den Audi entgegen, weil sie hier mehr Downforce produzieren können als Mercedes und ihren Abtrieb auch sehr gut umsetzen."

Doch womit Mercedes bei der mühsamen Aufholjagd aus dem Mittelfeld zu kämpfen haben wird, wird auch für Audi zum entscheidenden Faktor: Der Reifenverschleiß. "Die Reifen sind für alle gleich. Die Frage ist, wie man mit ihnen haushaltet. Es gibt keine Marke, die besser mit den Reifen zurechtkommt als die andere", muss Reuter die Hoffnungen der Mercedes-Fans etwas dämpfen und nennt die in der Reifenfrage entscheidende Variable: "Abzuwarten bleibt, wie sich die Asphalttemperaturen auswirken werden, die im Laufe des Tages weiter steigen."

Fahrfehler werden im Rennen aus Sicht des ITC-Champions von 1996 nicht nur mit Zeit- und Positionsverlust betraft - auch der ansonsten so konstante Dunlop-Pneu könnte den Piloten etwaige Missgeschicke übel nehmen. "Einen Reifenplatzer halte ich zwar für sehr unwahrscheinlich, denn dies wäre eine Frage einer extremen Reifenüberhitzung", erklärt Reuter, mahnt jedoch zur Vorsicht: "In den Trainings haben wir Reifentemperaturen von bis zu 140 Grad gesehen - wenn es im Rennen zu einer solchen Überhitzung kommt, hat man ein großes Problem."

So gilt es, Rutscher auf dem Asphalt und Verbremser, die kurzfristig für enorme Überhitzungen sorgen können, zu vermeiden, was gerade angesichts der konditionellen Belastungen für die Piloten leichter gesagt als getan ist: "Auch die physischen Belastungen für die Fahrer werden eine enorm große Rolle spielen." Zumindest psychisch dürfte das Rennen für die Audi-Piloten nicht zur Belastung werden, wird sich der Druck von Seiten der Stuttgarter doch weiterhin in Grenzen halten:

"Auch im Warm-up war Audi auf den Longrun gesehen klar schneller als Mercedes", stellte Manuel Reuter fest und blickt auf den teaminternen Kampf der potenziellen Sieger: "Favorit ist Mattias Ekström, auch nach seiner Vorstellung im Warm-up. Aber auch Martin Tomczyk hat gute Karten. Im Qualifying hatte er den besten Speed und hätte auf Pole stehen können, wenn er sich in der letzten Kurve keinen Verbremser geleistet hätte." Ein Fehler, der heute noch dramatischere Auswirkungen hätte als gestern...

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