Bei Audi gab es nach den beeindruckenden Auftritten in beiden freien Trainings wenig Anlass für Trübsal.

Der Freitag in Mugello gehörte ganz den Ingolstädtern. Zuerst fabrizierten sie durch den Fahrertausch Winkelhock für Carroll bei Futurecom die Meldung des Tages, danach fuhren sie in beiden freien Trainings die Konkurrenz aus Stuttgart in Grund und Boden. Insbesondere die Abt-Neuwagen präsentierten sich als das Maß aller Dinge. Das Audi stärker sein wird als zuletzt, war nach den Mercedes-Festspielen vom Norisring erwartet worden. Denn zum ersten Mal in dieser Saison sind die 2007er Audis mit weniger Kilos ausgestattet als die neuen C-Klassen. Dass sie im Training jedoch so viel schneller sein würden als die Mercedesse war dennoch ein wenig überraschend.

Dementsprechend gelöst war die Stimmung am Abend bei den Audianern. "Egal, ob mit gebrauchten oder neuen Reifen ? mein Audi A4 liegt immer gut. Es macht Freude, mit dem Auto zu arbeiten", sagte Martin Tomczyk. In Nürnberg wurde ihm die Führung in der Gesamtwertung nach nur einem Rennen wieder abgenommen. Heute zeigte er mit Platz 1 und 2 in den Freien Trainings, dass mit ihm in Mugello wieder zu rechnen ist. Zumal Tomczyk der Kurs sehr gut liegt. "Die Strecke macht wahnsinnig Spaß. Mugello ist meine neue Lieblingsstrecke, denn es ist einfach geil, diese schnellen Kurven hier zu fahren", bekannte der Rosenheimer.

Auch Mike Rockenfeller meldete sich auf den vorderen Plätzen der Zeitentabellle zurück. In der zweiten Session fuhr er im Jahreswagen sogar die schnellste Zeit. Eine Quali-Simulation sei das jedoch nicht gewesen. "Einfach nur neue Reifen", lüftete Rockenfeller das ganze Geheimnis seiner schnellen Zeit. So kann man auch von den 2006er Audis nach den eher schwachen Leistungen in den letzten Rennen einiges erwaten, auch wenn Rockenfeller versuchte, die Erwatungen zu dämpfen: "Auch wenn es nur ein Test war, ist es gut, so ins Wochenende gestartet zu sein. Meine letzten drei DTM-Rennwochenenden haben schlecht begonnen, und wir konnten uns nicht steigern. Hier haben wir eine gute Basis", so Rockenfeller. Denn auch die Jahreswagen der Ingolstädter sind noch einmal sieben Kilo leichter geworden.

Dass bei den Vorjahres-Audis morgen etwas gehen könnte, konnte man auch an den Platzierungen von Alexandre Prémat und Lucas Luhr sehen - zumindest teilweise. Denn neben einer guten Session hatten beide auch ein Streichergebnis zu verzeichnen. Am Morgen machte Prémat Bekanntschaft mit einem Poller am Streckerand. "Die Reparatur der Aufhängung hat uns viel Zeit gekostet. Dafür lief es am Nachmittag viel besser. Wir sind auf Platz drei und können immer noch einige Fortschritte machen", so der Franzose. Am Nachmittag ereilte Lucas Luhr das selbe Missgeschick, nach einem Quersteher.

Noch nicht ganz so gut lief es bei den ebenfalls viel leichteren Gebrauchtwagen, allerdings aus Gründen, die wohl eher mit dem Menschen als der Maschine zu tun haben. Denn während Vanina Ickx weiterhin vornehmlich gegen sich selber fährt, musste sich Markus Winkelhock noch an seinen neuen Dienstwagen gewöhnen. "Ich muss alles wieder lernen. Ich kenne das Team nicht, das Auto ist neu für mich und auch auf die Strecke muss ich mich einstellen, weil ich im Gegensatz zu meinen Kollegen nicht getestet habe", erklärte Winkelhock. Dennoch fande er, dass er sich schon gut eingefunden habe. "Mit neuen Reifen habe ich einen Fehler gemacht und fuhr in der letzten Kurve mit zwei Rädern durch den Kies. Ich musste vom Gas, trotzdem war es meine persönlich beste Runde. Die Zeit kann also noch besser werden."

Man darf gespannt sein, ob Winkelhock das schon morgen umsetzen kann. Wenn ja, steht den Audi-Festspielen in Italien eigentlich nichts mehr im Wege, auch wenn Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich noch auf die Euphorie-Bremse drückt. Schließlich sage der Freitag sagt in der DTM noch nicht so viel aus. "Es sieht momentan gut für uns aus, aber erst am Samstag zeigt sich das wahre Bild."

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