Die perfekte Ausgangsposition für Audi war kein Garant für den Sieg: Mattias Ekström eroberte auf Rang 2 die Tabellenführung - der Sieg ging an Mika Häkkinen.

Es gibt die ausgleichende Gerechtigkeit - zumindest für Mika Häkkinen: War der Finne vor drei Wochen auf dem Norisring noch als großer Verlierer der Safety-Car-Phase hervorgegangen, so war Häkkinen diesmal Profiteur eines gut getimten Boxenstopps sowie eines folgenden Pace-Car-Einsatzes. Audi erlebte dagegen eine Enttäuschung. Lediglich Mattias Ekström erlebte bei der Fahrt auf Rang zwei ein problemloses Rennen; Martin Tomczyk und Timo Scheider zählten ebenso wie Bernd Schneider zu den großen Verlierern von Mugello.

Der Start: Der Start hätte für die beiden Titelanwärter der Ingolstädter kaum besser laufen können: Während Mattias Ekström seine Pole Position verteidigte, schob sich Martin Tomczyk vorbei an Tom Kristensen. Dennoch ging auch Mercedes als Gewinner des Starts hervor: Trotz eines kurzzeitigen Ausritts aufs Gras eroberte Bruno Spengler Rang vier vor seinem Teamkollegen Jamie Green. Für den schlecht gestarteten Timo Scheider ging eine unverschuldete Berührung sowie ein anschließender Ausflug in den Kies weniger glimpflich aus: Zwar schaffte es der Vierte im Abt-Audi-Bunde wieder zurück auf die Strecke, musste jedoch nach einer Runde unfreiwillig die Boxen aufsuchen.

Scheinbar guter Audi-Start

Der Rennverlauf: Für Scheider war es das schnelle Ende eines so aussichtsreichen Rennens: Während sich Ekström und Tomczyk bereits leicht vom Feld absetzten konnten, musste der Lahnsteiner seinen beschädigten A4 DTM abstellen - ebenso wie Rosberg-Pilot Lucas Luhr eine Runde später. Zu Schadenfreude war es allerdings auch Mercedes nicht zu Mute: Mit Jamie Green grub sich - ebenso wie wenig später Audi-Pilotin Vanina Ickx - das zweite Mugello-Zugpferd der Mercedes-Truppe im Kiesbett ein und verursachte eine Gelbphase. Der gut gestartete Bernd Schneider damit hingegen auf Rang zwei vor, während sich Alexandre Prémat und Mike Rockenfeller wegen eines Überholvorgangs bei Gelb eine Durchfahrtsstrafe einhandelten.

In Neuwagenreihen machte Schneider den Anfang bei den Pflichtboxenstopps, wenig später folgten Bruno Spengler und Mika Häkkinen. Mehr Zeit ließ man sich im Audi-Lager: Erst als fast das gesamte Feld der Boxengasse bereits einen Besuch abgestattet hatte, absolvierte Ekström seinen ersten Stopp - was anders als wenig später bei Tom Kristensen reibungslos ablief: So verlor der Däne wertvolle Zeit und fiel ans Ende des Feldes zurück, als sich das rechte Vorderrad zunächst nicht befestigen ließ. Auch dem an der Spitze verbliebenen Abt-Audi-Duo drohte Ungemach:

Von P15 auf P1

Ein Einschlag Alexandros Margaritis? in die Reifenstapel hatte eine Safety-Car-Phase zur Folge, die den Vorsprung Ekströms und Tomczyks zusammenschrumpfen ließ. Während der Gelbphase kristallisierte sich der bisher so unauffällige Mika Häkkinen als Sieger des Safety-Car-Einsatzes: Anders als das restliche Feld hatte der Finne bereits seinen zweiten Pflichtstopp absolviert - und ging in Führung, als die Boxengasse noch während der Safety-Car-Phase öffnete und das gesamte Feld einbog. Die Hektik in der Boxenstraße blieb nicht im Verborgenen:

So misslangen die Boxenstopps bei Martin Tomczyk und Bernd Schneider gründlich. Während Tomczyk noch während der Betankungsphase losfuhr, ereilten den Saarländer wie zuvor Kristensen Probleme bei der Befestigung des rechten Vorderrads. Mattias Ekström, Paul Di Resta, Bruno Spengler und Daniel La Rosa reihten sich auf den Positionen zwei bis fünf hinter dem Safety-Car und Häkkinen ein, Tomczyk und Schneider befanden sich im Niemandsland ? und im Falle Tomczyks kurze Zeit später nicht einmal mehr dort: Nach Freigabe des Rennens drehte sich der Bayer in der ersten Kurve, rutschte in Gary Paffetts 2006er-Mercedes, der wiederum Christian Abt traf. Für alle drei Beteiligten war das Rennen beendet.

Anschließend kehrte Ruhe ein: Mika Häkkinen führte das Rennen nur eine konstante halbe Sekunde vor dem lauernden Ekström an, Di Resta hielt im 2005er-Mercedes mit dem Neuwagenduo Schritt. Die Lücke zum viertplatzierten Bruno Spengler hingegen wuchs ? und hielt die Jahreswagen nur mit Mühe hinter sich. Zehn Runden vor Schluss erhöhte der Schwede den Druck auf den Finnen, um sich schließlich mit Rang zwei zu begnügen.

Der Zieleinlauf: Mika Häkkinen feiert seinen zweiten Saisonsieg vor Mattias Ekström, der mit nunmehr vier Podestplätzen der konstanteste Pilot der Saison bleibt. Paul Di Resta fährt im 2005er-Gebrauchtwagen sensationell seinen dritten Podestplatz ein, während Bruno Spengler auf Rang vier Schadensbegrenzung betreibt. Auf den Plätzen fünf bis sieben sammeln Daniel La Rosa, Alexandre Prémat und Mike Rockenfeller weitere Punkte, während für Tom Kristensen nach seinem missglückten ersten Boxenstopp nur Rang acht bleibt.

Die Meisterschaft: Trotz des fünften Mercedes-Triumphes in Folge übernimmt Mattias Ekström mit 32 Punkten die Meisterschaftsführung von Bernd Schneider, der in Mugello die Punkte verfehlte. Die 6,5 Punkten Rückstand fällt der Saarländer auf Platz zwei zurück, vor Bruno Spengler und Paul Di Resta. Mika Häkkinen arbeitet sich mit seinem Sieg auf Tabellenrang fünf vor, punktgleich mit Martin Tomczyk.

Copyright: adrivo Sportpresse GmbH