Die eindrucksvolle Mugello-Performance will Audi konserviert mit nach Zandvoort bringen - nicht jedoch die allzu hohe Fehlerquote...

Zwar durfte sich Mattias Ekström in Mugello mit der Übernahme der Meisterschaftsführugn sowie einem Vorsprung von 6,5 Punkten als heimlicher Sieger fühlen. Die restliche Audi-Mannschaft dürfte der Verlauf des italienischen Gastspiels nach der so aussichtsreichen Qualifikation noch immer schmerzen - und umso mehr für Zandvoort motivieren. Drei Siege konnten die Ingolstädter bislang auf dem niederländischen Traditionskurs feiern - zwei davon Mattias Ekström, der sich in der Statistik als Rekordsieger von Zandvoort sehen darf. Ein gutes Omen, wie man in Ingolstadt hofft...

Abt

"Der Audi A4 DTM war in Mugello das schnellste Auto. Die Strecke in Zandvoort hat einen ganz ähnlichen Charakter wie Mugello. Das heißt, wir sollten dort ähnlich schnell sein", prognostiziert Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich wohl zu Recht, nachdem sich in Italien das volle aerodynamische Potenzial des A4 DTM gezeigt hatte. Besser als der Mercedes C-Klasse gelingt es dem Audi-Neuwagen, gerade in schnellen Kurven genügend Abtrieb zu generieren - was Tom Kristensen, den letztjährigen Zandvoort-Sieger, allerdings nicht zu übergroßer Selbstsicherheit verleitet: "Aber man hat in Mugello gesehen, dass es nicht reicht, das schnellste Auto zu haben. Es muss einfach alles perfekt sein."

Ebenso gut wie Ekström gefällt auch Martin Tomczyk das Dünenlabyrinth von Zandvoort. "Ich möchte ein gute Leistung zeigen, endlich wieder in die Punkte fahren und in der Meisterschaft etwas aufholen", kündigt Tomczyk an, der 2004 und 2006 mit Podestplätzen aufhorchen ließ. Auch der Blick auf die Gewichtstabelle nährt die Zuversicht bei Abt-Audi: So kommt das Pilotenquartett in den Genuss eines Gewichtsvorteils von 20 Kilogramm gegenüber den HWA-Mercedes - was auch Timo Scheider helfen sollte, die Serie an Nullrunden endlich zu durchbrechen.

Phoenix & Rosberg

So war es Scheider, der dem Rosberg-Team im vergangenen Jahr zu einem sechsten Platz und drei wichtigen Punkten verhalf. "Wir möchten unverändert endlich einmal beide Fahrer im Qualifying in die Top Acht bringen und im Rennen mit beiden Autos punkten. Das Pech von Lucas Luhr muss einfach irgendwann einmal aufhören", hofft Rosberg-Teamchef Arno Zensen, während Mike Rockenfeller bemerkt: "Zandvoort ist eine tolle Strecke, an die ich aus meiner Zeit im Carrera Cup gute Erinnerungen habe. Das ist eine ähnliche Fahrerstrecke wie Mugello."

Anders als ihre Kollegen im Neuwagen dürfen sich Jahreswagenpiloten zwar nicht über einen gewachsenen Gewichtsvorteil freuen - nachdem dieser nach dem modifizierten Reglement allerdings bereits beim Maximum von 25 Kilogramm gegenüber Mercedes angekommen ist. In Phoenix-Reihen setzen Christian Abt und Alexandre Prémat auf die im vergangenen Jahr erwiesenen Zandvoort-Qualitäten des 2006er-Audi. Mit Blick auf den Titelkampf kündigt der Franzose Schützenhilfe an: "Ich werde alles daran setzen, die 07er Autos im Titelkampf zu unterstützten und selbst so viele Punkte wie möglich zu sammeln."

Futurecom TME

Nach seinem Ausflug in die Königsklasse begibt sich Markus Winkelhock wieder in DTM-Sphären, wo ihn verglichen mit den 2005er-Mercedes ein auf 20 Kilogramm gewachsener Gewichtsvorteil erwartet. "Zandvoort ist eine super Strecke, technisch sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich: Es gibt schnelle Kurven, langsame Kurven, überhöhte Kurven, es geht über Kuppen", freut sich Winkelhock, der in Mugello nur knapp am ersten DTM-Punkt des Futurecom-TME-Teams gescheitert war. Und seit dem heutigen Formel-1-Grand-Prix auf dem Nürburgring weiß auch Vanina Ickx: Wenn Führungsrunden im Spyker-Boliden möglich sind, dann auch im 2005er-Audi...

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