Der Testfreitag zum zweiten Saisonlauf bot für Audi nicht viel Neues: Wie schon bei der Saisonvorbereitung belegen die Ingolstädter in Oschersleben die Spitze.

Kritisch waren die vier Audi-Bestzeiten an den vier ITR-Testtagen in Oschersleben beäugt worden - bis sich das Potenzial des neuen A4 DTM in Hockenheim bestätigte. Dass die Ingolstädter auch bei den Freitagstests zum zweiten Saisonlauf auf der präferierten "Audi-Strecke" erneut beide Bestmarken setzten, überrascht nun kaum noch. So sehr die Testresultate auch diesmal mit Vorsicht zu genießen sind: Insbesondere Mattias Ekström scheint seine Hochform aus Hockenheim konserviert zu haben.

Mit einer Bestzeit von 1:23.593 Minuten setzte der Schwede am Vormittag trotz des Gewichtsnachteils der Audi-Neuwagen von 14 Kilogramm den Maßstab, um den Kurs am Nachmittag nochmals knapp zwei Zehntelsekunden schneller zu umrunden - und so Mika Häkkinen und Mercedes die Freude an der zurzeit seltenen Topposition zu nehmen. Die Ränge neun und fünf reichten Martin Tomczyk, um Abt-Audi-intern insgesamt Rang zwei einzunehmen, drohte doch insbesondere von Kristensen-Ersatz Frank Biela keine Konkurrenz...

Noch weit mehr als Marco Werner, der Alexandre Prémat im Phoenix-Cockpit vertritt und sich im hinteren Mittelfeld aufhielt, kämpfte der Neusser bei seinem ersten DTM-Rennwochenende seit 2004 mit Problemen: Auf die rote Laterne am Vormittag folgte beim zweiten Test ein Defekt der Ölleitung, die Biela wertvolle Kilometer auf der Strecke kosteten. "Die neue Fahrzeuggeneration fährt sich angenehmer als das Auto im Jahr 2004. Trotzdem: Schnell sein ist schwierig", stellte der 42-Jährige fest, "im ersten Test habe ich versucht, mich einzuschießen und die in der DTM optimale Linie zu finden, weil ich zuvor im Sportwagen nicht so stark über die Randsteine fahren konnte."

Zum Gelingen des Testfreitags trugen auch die Debütanten in Jahres- und Gebrauchtwagenreihen bei: Während Adam Carroll im 2005er-Audi, in Hockenheim noch einer der Pechvögel, mit den Rängen vier und drei aufhorchen ließ, ließen Lucas Luhr und Mike Rockenfeller auf den Positionen zwei und fünf insbesondere am Morgen deutliche Steigerungen erkennen. So klingt Rockenfellers Statement zum Testfreitag positiver als noch zwei Wochen zuvor: "Wir sind zufrieden, denn wir haben genau unser Programm durchgezogen. Ich bin beide Sitzungen mit einem Satz Reifen gefahren, der sogar noch vom letzten Wochenende stammt."

Auch Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich zieht trotz der Schwierigkeiten durch rasch wechselnde Streckenbedingungen ein positives Fazit - dem sich Mattias Ekström, der in der Vergangenheit meist mit dem engen Kurs haderte, nur anschließen kann: "Mein Audi A4 DTM war von Anfang an sehr stark, was sicher auch ein Ergebnis der Testfahrten hier ist. Ein toller Freitag. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in beiden Trainingssitzungen am Freitag die Bestzeit gefahren bin..."

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