Magdeburg l Selten gaben sich die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg so entspannt wie nach dem souveränen 4:0 am Freitagabend beim einstigen Angstgegner ZFC Meuselwitz.

Präsident Peter Fechner war überglücklich ("Toll, wie die Jungs das gemacht haben"), Sportchef Mario Kallnik erinnerte nach dem zehnten (!) Sieg in Folge an so manches Schlüsselerlebnis im Saisonverlauf ("Es ist bislang alles gebrochen worden - der Berlin-Fluch, der Trainingslager-Fluch und jetzt auch der Meuselwitz-Fluch"). Und selbst der ansonsten zurückhaltende Trainer Jens Härtel gab sich ausgesprochen gelöst, gönnte sich im VIP-Raum ein "Bierchen", ließ sich fotografieren, blickte optimistisch auf das bevorstehende Gipfeltreffen gegen Zwickau ("Unser Ziel ist jetzt die Tabellenführung. Warum sollte nach zehn Siegen nicht der elfte möglich sein?") und plauderte über mögliche Kontrahenten in der Relegation ("Ob Werder II, Wolfsburg II, HSV II im Norden, Aachen, Offenbach oder Würzburger Kickers - das sind alles richtig starke Mannschaften und solche Spiele immer auch ein bisschen Lotterie").

Am kommenden Sonnabend um 12.05 Uhr (live MDR) steigt in der MDCC-Arena das absolute Topspiel gegen Liga-Primus FSV Zwickau, der sich gestern gegen den wiedererstarkten Berliner AK keinen Ausrutscher erlaubte und weiter zwei Punkte Vorsprung hat.

Doch der FCM liegt in Lauerstellung. Alle Beteiligten hatten zuvor davon gesprochen, wie wichtig es sei, optimal aus den Startlöchern zu kommen. Nun stehen zwölf Punkte und 15:1 Tore in den ersten vier Spielen nach der Winterpause zu Buche. Kein Wunder also, dass die Mannschaft vor Selbstvertrauen nur so strotzt. Meuselwitz, in all den Jahren stets ein unbequemer Gegner, besaß an diesem Abend nicht den Hauch einer Chance. Dabei hatten die Thüringer gegen die beiden anderen Spitzenclubs Zwickau und Wacker Nordhausen noch unentschieden gespielt. "Magdeburg ist von den drei Teams die kompakteste Mannschaft. Sie haben einen Riesenlauf und stehen zu Recht so weit oben. Der FCM oder Zwickau wird das Rennen machen, Nordhausen sicherlich noch abfallen", befand ein ziemlich geknickter ZFC-Chefcoach Dietmar Demuth.

Auch die Club-Spieler selbst gehen offensiv mit der hervorragenden Ausgangsposition um. "Das frühe Tor war sicherlich der Türöffner, aber wir haben sofort nachgelegt und den Gegner nie zur Entfaltung kommen lassen. Nun freuen wir uns auf nächsten Sonnabend, wo wir den elften Sieg in Folge und die Tabellenführung feiern wollen", erklärte Kapitän Marius Sowislo. Routinier Lars Fuchs: "Die Vorfreude auf diese Partie vor garantiert großer Kulisse ist riesig." Elfmeterschütze Nico Hammann: "So wie wir derzeit auftreten, wird es schwer, uns zu schlagen. Wir können uns praktisch nur selber stoppen." Und zu seiner Auswechslung: "Ich hatte Adduktorenprobleme und wollte kein Risiko eingehen."

Zehn Siege am Stück bedeuten im Übrigen das bis dato zweitbeste Abschneiden in der Club-Historie. Nur 2000/01 mit 13 Siegen und nicht wie irrtümlich berichtet saisonübergreifend 2004/05 und 2005/06 mit 14 Triumphen schnitt ein FCM-Team noch erfolgreicher ab. Knüpft die Härtel-Truppe an ihre überzeugenden Leistungen an, könnte dieser Rekord bald der Vergangenheit angehören.