Magdeburg l Er hat als Aktiver zu DDR-Zeiten jede Menge Rekorde aufgestellt (102 A-Länderspiele, 55 Tore, 216 Pflichtspieltreffer für den FCM). Und er hat als Trainer bei seiner letzten Station in Zwickau mit Jens Härtel den heutigen Chefcoach des 1. FC Magdeburg betreut - Fußball-Legende Achim Streich, der vorm Regionalliga-Hit zwischen diesen beiden Teams (Sonnabend, 12.05 Uhr, MDCC-Arena) den Club klar favorisiert.

"Jens ist ein Fußball-Verrückter - im positiven Sinne. Er möchte alles perfekt machen. Ich bin froh, dass die Mannschaft nach anfänglichen Schwierigkeiten die Kurve gekriegt hat und seine Ideen versteht. Jetzt zahlt sich aus, dass die Verantwortlichen Ruhe bewahrt und ihm die nötige Zeit gegeben haben", sagt Streich.

Und wie war Defensivmann Härtel 1996/97 beim damaligen Zweitligisten FSV Zwickau als Spieler? "Von der Einstellung her ein echtes Vorbild, das immer versucht hat, das Beste aus sich herauszuholen und sich stets Gedanken gemacht hat, wie es noch besser laufen könnte. So gab es schon mal den einen oder anderen Disput zwischen uns, aber ich saß ja am längeren Hebel", lacht Streich, der seinerzeit 46 und Härtel 28 Jahre alt war. Danach trennten sich ihre Wege.

Ausflug nach Wismar geplant


Und bis heute hat es nicht geklappt, dass die beiden mal über die Vergangenheit plaudern. "Da kam oft die Arbeit dazwischen. Aber wir werden das sicher nachholen", glaubt der Rekord-Nationalspieler, der in Kürze deutlich mehr Zeit haben dürfte, wird er doch am 13. April 64 Jahre alt und noch in diesem Monat Rentner. In den nächsten Wochen hat sich Streich, der immerhin seit knapp 17 Jahren in einem Magdeburger Sportartikel-Geschäft arbeitet, vorgenommen, in seine Geburtsstadt Wismar zu fahren, Reisen zu unternehmen, Freunde und Bekannte zu besuchen oder Geburtstage zu feiern wie am Sonntag den "60." von FCM-Urgestein Martin Hoffmann.

Zurück zum aktuellen Fußball. Der einstige Torjäger ist voll des Lobes, wenn er über den kommenden FCM-Gegner spricht: "Sie haben finanziell nie große Sprünge machen können, sich aber über all die Jahre ordentlich verkauft. In der laufenden Saison ist das Abschneiden umso bemerkenswerter, weil sie nicht einmal im eigenen Stadion spielen können. Das sieht beim FCM ganz anders aus. Die fühlen sich hier richtig wohl."

Doch nicht nur deswegen steht für den Möckeraner fest: "Wir gewinnen!" Weitere Begründung: "Nach den erfolgreichen letzten Wochen tritt der FCM mit so breiter Brust auf, dass er nicht unruhig wird oder das Flattern kriegt, wenn es mal nicht läuft. Hinzu kommt, dass der Club vom gesamten Kader besser aufgestellt ist."

Streich ist überzeugt davon, dass nur der FCM oder Zwickau für den Staffelsieg infrage kommen, "wenngleich man Wacker Nordhausen und Jena nicht komplett abschreiben sollte".

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