Es war alles angerichtet für einen großen Fußballtag in Magdeburg. Chance auf die Tabellenspitze, zweitligareife Kulisse, viel diskutierter Anstoß zur Mittagszeit ("High Noon"), Live-Übertragung - nur der Gegner erwies sich als Spielverderber. Doch trotz des im ersten Moment ernüchternden 0:0 gegen Zwickau ist der FCM weiter mittendrin im Aufstiegsrennen.

In der "Knochenmühle" 4. Liga, wo es keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt, sind für den Titel nicht die Spiele gegen unmittelbare Mitbewerber, sondern gegen die sogenannten Kleinen entscheidend. Wer hier den längsten Atem hat, wer bereit ist, sich Woche für Woche zu quälen und Höchstleistung abzurufen, wer sich nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen lässt, schafft es.

Der FCM hat gut daran getan, gegen Zwickau nicht aufs Ganze zu gehen und vielleicht am Ende mit leeren Händen dazustehen. So wie im Vorjahr, als gegen den späteren Meister TSG Neustrelitz mit Macht der Sieg eingefahren werden sollte und am Ende ein Last-Minute-Tor die 1:2-Heimniederlage besiegelte.

Routinier Silvio Bankert bediente sich am Sonnabend eines alten Sprichwortes: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Und noch etwas: Wer die Spiele des FSV Zwickau verfolgt, stellt fest, dass sie sich auswärts viel leichter tun. Zu Hause in ihrem ungeliebten "Sojus 31" fällt ihnen erfolgreicher, ballbesitzorientierter Fußball ungleich schwerer. Germania Halberstadt gelang sogar das Künststück, in Zwickau zu gewinnen.