Magdeburg l Schon lange vor Abpfiff des Regionalliga-Spitzenspiels, in dem der FCM am Sonnabend Wacker Nordhausen mit 5:0 (3:0) aus allen Aufstiegsträumen riss, hatten sich im Albert-Kuntz-Sportpark die Indizien gemehrt, dass sich aus dem Dreikampf an der Spitze ein Zweikampf entwickeln würde.

l Der scheinbar nimmermüde Schwenker des riesigen blau-weißen Wacker-Banners auf dem Dach der Südtribüne hatte schon Mitte der zweiten Halbzeit die Flagge eingerollt und sich getrollt.

l Auf gleichem Dach war eine Grafik mit dem FCM-Logo in einem Papierkorb aufgestellt worden. Sie verschwand gleichzeitig mit dem entnervten Flaggenschwenker.

l Nordhausens Trainer Jörg Goslar hatte bereits vor der Pause (Stand 3:0) für den FCM die lautstarken Missfallensbekundungen über seine Akteure eingestellt, entgegen aller Gewohnheit auf seinem Regiesessel Platz genommen und mit seinem Co-Trainer die Liste seiner Wechselspieler diskutiert.

l Das Gesicht von FCM-Co-Trainer Ronny Thielemann zeigte nach dem 3:0 ein ungewohnt breites, bis nach dem Spiel anhaltendes Lächeln.

l Die rund 1600 unverwüstlichen und mit ihren Sprechchören gegenüber den Wacker-Anhängern deutlich geübteren und lautstärkeren FCM-Fans skandierten schon vor Anpfiff "Auswärtssieg" und nach dem 4:0 durch Lars Fuchs in der 55. Minute ihr "Hier regiert der FCM".

l Und der als Schiedsrichter-Beobachter fungierende und zu absoluter Neutralität verpflichtete ehemalige DDR-Oberliga-Referee Karl-Heinz Gläser (leitete 67 Spiele) aus dem thüringischen Breitungen ließ sich noch während des Spiels ein "eine ganz starke Leistung des FCM" entlocken.

Der inzwischen achtfache Saisontorschütze Lars Fuchs, der mit seinem Treffer zum 4:0 in der 55. Minute endgültig den "Sack zugemacht" hatte, nannte den Grund für erfolgreichen Fußball: "Wir waren hoch überlegen und präsenter. Wichtig war auch, dass diesmal unsere Standards gekommen sind. Gegen Zwickau hatten wir aus acht Standardsituationen nichts gemacht. Unsere schnellen Tore haben Emotionen geweckt."

FCM-Abwehrspieler Silvio Bankert stellte fest: "Wir wollten im Angriff einen Tuck mehr und haben uns mehr getraut als gegen Zwickau. Die schnellen Tore geben uns recht."

"Gegen Nordhausen ist uns gelungen, was gegen Zwickau nicht wie gewünscht geklappt hat: Wir haben unser Spiel konsequent auf den Rasen gebracht. Darin zeigt sich unsere Qualität", sagte FCM-Sportchef Mario Kallnik.